Oscar – Romero Haus Bonn

geschrieben von kf

19. März 2018

Die Stadt Bonn hat am 18.05.2017 in einer Stellungnahme mitgeteilt, dass am Oscar Romero Haus in der Heerstr. 205 eine Gedenktafel aus Bronze angebracht wird, um an diesem Ort den Verfolgten des Nationalsozialismus zu gedenken. Die Verwaltung wird die erforderlichen Mittel dafür im Rahmen der nächsten Aufstellung des Haushaltes anmelden, um die Installation der Gedenktafel aus Bronze beauftragen zu können.

Ein kurzer Abriss zur Geschichte des Hauses:

Das Gebäude, in dem sich das Oscar-Romero-Haus befindet, hat eine lange, zu großen Teilen eher  unangenehme Geschichte, die bereits im 19. Jahrhundert beginnt. Im Folgenden findet sich ein kleiner Überblick über die Geschichte des Gebäudes und der anschließenden Gründung des Oscar-Romero-Hauses. “Euer wohlgeboren benachrichtige ich hiermit, daß das neu erbaute Kreis-Cantongefängniß in der Viktoriastraße hierselbst heute bezogen worden ist. ”Mit dieser kurzen Nachricht des Landrats von Sandt beginnt die Geschichte des Gebäudes an der heutigen Heerstraße. Im Jahr 1867 kauft der Kreis ein Grundstück zur Errichtung eines neuen Kantonsgefängnisses, das am 12. Januar 1869, nach zweijähriger Bauzeit, bezogen wird. Damalige Adresse: Viktoriastraße 27. Von 1894 bis 1930 dient der Bau als Frauengefängnis. Ab dem Jahr 1930 wird das größere Gefängnis in der Wilhelmstraße als Frauengefängnis genutzt, die katholische Caritaszentrale plant den Umbau des Hauses in der Viktoriastraße zum Obdachlosenasyl. Seit dem 1.April 1933 gilt das Haus als an die SS verpachtet bzw. vermietet, die es als SS-Heim, aber auch als Gefängnis “nutzt”. Am 11. Juli 1933 wird hier der Kommunist Josef Messinger zu Tode gefoltert. Von 1945 bis 1962 wird das Haus von der Verwaltung als Ausweichquartier genutzt, nach einem Umbau 1963 dient es als Notwohnung für “zahlungssäumige Mieter”. Das Haus verkommt, und im Rahmen des U-Bahnbaus erwägt die Stadt Bonn den Abriss. Im Jahr 1973 zieht Martin Huthmann, Pfarrer der Katholischen Studentengemeinde (KSG), in das Haus ein und setzt es mit engagierten Studierenden wieder instand. Ein erfolgreicher Spendenaufruf ermöglicht es dem neu gegründeten Förderkreis 1982, das Haus zu kaufen. Im gleichen Jahr erhielt es auch den Namen des ermordeten Erzbischof von San Salvador: Oscar Romero.

 

 

 

 

Kriegsendphasenverbechen in Köln

19. März 2018

In der Schlussphase des Krieges herrschte der blanke Terror. Die Gestapo machte von der Möglichkeit der „Sonderbehandlung“ massiv Gebrauch, d.h. von Hinrichtungen ohne Gerichtsurteil. Im Hof des EL-DE-Hauses, der Gestapozentrale, stand ein Galgen, an dem eine nicht genau bekannte Zahl, bei einzelnen Aktionen aber mehr als 100 Personen, erhängt wurden. Außerdem fanden dort auch Erschießungen statt.
Im Hof des Klingelpütz fand man nach der Einnahme Kölns die Leichen von Häftlingen, die unmittelbar vor dem Abzug der Gestapo noch erschlagen worden waren. Im Klingelpütz wurden nachweislich auch 70 Deserteure mit dem Fallbeil getötet.
Neben dem Klingelpütz wurde ein schon von den Preußen errichteter Schießstand in Dünnwald in der NS-Zeit von der faschistischen Militärjustiz genutzt, um gerade in der Endphase noch Deserteure hinzurichten. Inzwischen weiß man von 25 Erschießungen, 2 davon im März und April 45, der jüngste Hingerichtete war erst 18 Jahre alt.
In Brauweiler waren im Frühjahr 45 noch viele Gefangene des Gestapokommandos Kütter untergebracht, u.a. die vielen Verhafteten des Nationalkomitees Freies Deutschland, die im November 44 festgenommen worden waren. Sie wurden kurz vor dem Einmarsch der Alliierten ins Zuchthaus Siegburg gebracht, obwohl dort eine Fleckfieber-Epidemie herrschte. Gauleiter Grohé drang darauf, alle diese Gefangenen zu erschießen und erwirkte auch noch einen entsprechenden „Führerbefehl“, von Bormann unterzeichnet. Zur Ausführung aber kam es nicht mehr. Von Siegburg aus waren trotz Typhusepidemie zwei Trecks in Bewegung gesetzt worden in das sog. Arbeitserziehungslager Wipperfürth und von dort nach Hunswinkel sowie in das Jugendgefängnis Marienschloss im hessischen Rockenberg.

Der Evakuierungsmarsch von Siegburg nach Wipperfürth war äußerst brutal. Gabriele Lotfi schildert es in ihrem Buch „KZ der Gestapo – Arbeitserziehungslager im Dritten Reich“ so: „Zahlreiche Männer und Frauen mussten gefesselt marschieren. Die Kranken, die dem Hunger und den Strapazen des Fußmarsches nicht gewachsen waren, wurden nicht zurückgelassen, sondern auf einen Wagen gehoben und sterbend nach Wipperfürth transportiert, ebenso mindestens 15 Tote, die am Wegesrand liegen geblieben waren. Die Gefangenen erlebten auf dem Weg mehrere Tieffliegerangriffe von Jagdbombern, während derer sie vom Stapo-Personal mit Maschinenpistolen daran gehindert wurden, in Deckung zu gehen.“ Unter den Teilnehmern dieses Marsches waren etliche Mitglieder des „Volksfrontkomitees Freies Deutschland“, darunter Jakob Zorn, Grete Humbach und Reinhold Heps. In dem hoffnungslos überfüllten Lager in Wipperfürth trafen die Brauweiler Häftlinge auf mehrere hundert aus dem Kölner Klingelpütz evakuierte Gestapoopfer. Beim Weitertransport nach Hunswinkel konnten einige fliehen, darunter Jakob Zorn und Reinhold Heps. Bei dem Transport ins hessische Rockenberg waren u.a. Heinz Humbach, Ferdi Hülser, Ferdi Steingass und Jean Jülich dabei.

Am 1. März 1945 wurde auch das sog. Judenlager geräumt in Müngersdorf geräumt, da die Alliierten Truppen näher rückten. Die Kranken wurden auf Handwagen nach Deutz gebracht, in einen noch erhaltenen Teil des Messelagers. Die restlichen Gefangenen mussten zu Fuß über Wipperfürth ins sauerländische Hunswinkel marschieren. Gabriele Lotfi: „Dieser Marsch wurde von den Gefangenen als äußerst brutal beschrieben. (Lagerleiter) Brodesser prügelte persönlich Gefangene, die erschöpft zurückblieben, mit seinem Eichenknüppel oder trat sie mit seinen Stiefeln, bis sie sich weiterschleppten. Mehrere halbjüdische Männer starben hungernd und ausgezehrt noch auf dem Weg oder gleich nach ihrer Ankunft in Hunswinkel.“

Gedenkfahrt am 3. März 2018: Vergessene Massenverbrechen in der Kriegsendphase

geschrieben von ub

19. März 2018

Kurz vor der Befreiung von Krieg und Faschismus wurden im Frühjahr 1945 noch tausende Antifaschistinnen und Antifaschisten von den Nazis „ausgeschaltet“ und ermordet. Diese Massenmorde wie auch die Massaker in den Konzentrationslagern und auf den Todesmärschen von den KZs nach Westen entsprachen dem Nachkriegs- und Überlebenskonzept des deutschen Faschismus. Gestapochef Müller hatte versichert: “Wir werden nicht den gleichen Fehler machen, der 1918 begangen wurde; wir werden unsere innerdeutschen Feinde nicht am Leben lassen.“ Um an diese Verbrechen zu erinnern, hatte die VVN-BdA Landesorganisation für den 3. März zu einer Gedenkfahrt eingeladen.
Um 10.30 Uhr begann der Tag mit einer Kundgebung an der Gedenktafel am Bahnhof Deutz/Tief, die an die Deportation von über 1500 Roma und Sinti und über 11000 Juden ab 1940/41 aus Köln erinnert. Bundessprecher Ulli Sander würdigte hier in seiner Rede vor allem den starken Widerstand, den es in der Schlussphase des Krieges in Köln gab. Viele der im November 1944 verhafteten Mitglieder des Nationalkomitees Freies Deutschland waren unter denjenigen, die im März 45 noch auf  die Märsche ins Bergische Land geschickt wurden.

Die Fahrt führte dann nach Lindlar. Auf dem Kirchplatz vor St. Severin wartete das Bündnis „Lindlar ist bunt nicht braun“. Eine Gedenktafel an St. Severin erinnert an die 10 ermordeten Zwangsarbeiter, die auf dem Kirchplatz begraben wurden und an die unzähligen weiteren Opfer der Zwangsarbeit in den Steinbrüchen und Betrieben rund um Lindlar. Im Gemeindehaus war ein Imbiss vorbereitet und es war Gelegenheit zur weiteren Information und Diskussion.
Um 15 Uhr war dann die Versetalsperre erreicht. Dort, wo wir jetzt auf das stille Wasser der Talsperre blickten, stand im Frühjahr 45 noch das Arbeitserziehungslager Hunswinkel. Aus dem Rheinland wurden mehr als 600 Häftlinge während der letzten 6 Wochen vor Kriegsende hierhin getrieben. Wie viele dabei starben oder getötet wurden, ist nicht bekannt. Die Friedengruppe Lüdenscheid hatte den Bus erwartet. Die Ballade von Hunswinkel erklang. Dann sprach Matthias Wagner, der mit seinen Recherchen diese Fahrt vor allem vorbereitet hatte, über die Verbrechen, die an diesem Ort passiert waren.

 

 

Das Arbeitserziehungslager Hunswinkel im Versetal (heute: Versestausee) südöstlich von Lüdenscheid war der schrecklichste Ort der NS-Zeit in Lüdenscheid und im Kreis Altena. Es war das erste Arbeitserziehungslager außerhalb von Berlin in der NS-Zeit und wurde im August 1940 von der Polizei (in Düsseldorf), vom Arbeitsamt (in Essen) und von den Arbeitgeberverbänden eingerichtet, um kritische Arbeiter zu „erziehen“: durch Schläge, durch Quälereien, durch Schwerstarbeit im Laufschritt, durch Hunger, durch erniedrigende Behandlung u.a. Als ab 1942 russische Zwangsarbeiter eingewiesen wurden, stieg die Zahl der Todesfälle rasch an und betrug bis zum Ende des Krieges 514.
Insgesamt waren hier ca. 5.000 „Erziehungshäftlinge“ inhaftiert. Sie schufen zum großen Teil das Versestaubecken und die Staumauer mit wenigen Maschinen und viel schwerer Körperarbeit. Hauptprofiteur war der Baukonzern Hochtief, der mit dem Bau der Talsperre beauftragt war.
Zwei Erinnerungstafeln auf dem Parkplatz an der Klamer Brücke, das Russenfeld im nördlichen Teil des Friedhofs Loh und der Friedhof/Gedenkstätte Hühnersiepen zeugen von den tödlichen Misshandlungen in dem Lager.

Im Café „Der kleine Prinz“ lud die Friedensgruppe Lüdenscheid dann noch zu Kaffee und Kuchen ein, bevor es auf die Rückfahrt nach Köln ging. Die Forschung zu den Kriegsendphasenverbrechen ist bei weitem nicht abgeschlossen und es wurde angeregt, auch in Zukunft weitere solcher Fahrten durchzuführen.

Gedenkfeier für 71 Opfer der SS am Wenzelnberg

19. März 2018

Am 13. April 1945, kurz bevor die Alliierten das Bergische Land erreichten, wurden von den Nationalsozialisten in einer Schlucht des Wenzelnberges 71 Wider­stands­kämpfer und Zwangsarbeiter verschiedener Gefängnisse der Region ohne Prozess hingerichtet und verscharrt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) sowie die Städte Langenfeld, Solingen, Wuppertal, Leverkusen, Remscheid und Leichlingen richten jährlich eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal am Wenzelnberg aus.
Die beteiligten Städte wechseln sich dabei in der Rolle des Veranstalters ab.

Die diesjährige Gedenkfeier findet statt:

am Sonntag, 29. April 2018 um 11:00 Uhr am Mahnmal am Wenzelnberg in 40764 Langenfeld

 

Programm
• Musikalische Einleitung: „Largo“ aus „Die Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi – Bläser der Leichlinger Kantorei unter der Leitung von Matthias Müller

• Ansprache: Frank Steffes, Bürgermeister der Stadt Leichlingen

• Beitrag des städti schen Gymnasiums Leichlingen: „Gegen das Vergessen“ – Leichlinger Leistungskurs forscht in der Geschichte

• Musikbeitrag: „Harre meine Seele“ von Christoph Emanuel Seitz – Bläser der Leichlinger Kantorei

• Rede: Holger Kahle, VVN-BdA Kreisvereinigung Solingen

• Musikbeitrag: „Adagio“ von Georg Philipp Telemann – Bläser der Leichlinger Kantorei

• Ehrung der Opfer

• Kranzniederlegung

• Schlusswort: Bürgermeister Frank Steffes

• Musikalischer Ausklang mit dem Lied „Die Moorsoldaten“

Einladung der Stadt Leichlingen

Film: »Die Endlösung der Judenfrage«. Der Eichmann-Prozess in Jerusalem (1961)

19. März 2018

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Sonntag, 22. April 2018, 11 Uhr

Mit einem Vortrag mit Hannes Heer und Filmausschnitten aus »Der Spezialist« von Eyal Sivan, D 1999

Im Mai 1960 wurde der frühere SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann in Buenos Aires vom israelischen Geheimdienst gekidnappt. Der Hinweis auf den Aufenthaltsort und den neuen Namen des »Managers der Endlösung« stammte vom Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Der Prozess, der im April 1961 begann und mit dem Todesurteil Ende 1961 endete, stand im Zentrum der Weltöffentlichkeit. Die Aussagen der überwiegend jüdischen Zeugen machten erstmals die Mechanismen des Völkermordes sichtbar. Die deutschen Medien präsentierten zwei Modelle im Umgang mit der NS-Zeit – die Warnung vor dem Schaden durch die »wieder hochgespülten« negativen Bilder im Ausland oder die Forderung, sich »der kollektiven Verantwortung« für die Verbrechen des »Dritten Reiches« doch endlich zu stellen.

Filmforum NRW im Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, Preis: € 10,00, ermäßigt: € 6,00

Vortrag: Der Fall Katz-Rosenthal – Jakob Domgörgen, Robert Ley und Josef Grohé

19. März 2018

Donnerstag, 12. April. 2018, 19:00 Uhr

Vortrag von Michael Vieten, Sozialpädagoge, Köln.

Sein Buch: „Katz-Rosenthal, Ehrenstraße 86, Köln“ erschien 2017

NS-Dokumentationszentrum, Preis: € 4,50 | ermäßigt: € 2,00

Aufruf zum Ostermarsch RheinRuhr 2018

19. März 2018

Abrüsten statt aufrüsten – Atomwaffen abschaffen – Friedenspolitik statt Konfrontation!

Truppenaufmärsche und Auslandseinsätze stoppen, Verhandeln statt schießen!

„Krieg und Terror in zahlreichen Regionen der Welt: in Syrien, im Irak, in Mali, im Jemen, in Afghanistan… In Europa spitzt sich die Konfrontation zwischen NATO und Russland durch gefährliche Militärmanöver und Truppenaufmärsche zu. Bei all dem sind deutsche Soldaten und Waffen mit im Einsatz.“ So lauten die ersten Zeilen des Ostermarschaufrufes Rhein-Ruhr 2018. Weiter wird der Text der Unterschriftensammlung „Abrüsten statt aufrüsten“ zitiert, den bereits weit über 20.000 Menschen unterzeichnet haben. (https://www.abruesten.jetzt.de) Gemeinsam mit vielen Freundinnen und Freunden des Friedens bundesweit ruft der Ostermarsch Rhein-Ruhr alle Menschen auf, gegen diesen Rüstungswahnsinn und für eine Welt der Zusammenarbeit und Solidarität aller Menschen zu demonstrieren!

Samstag, 31. März, 12 Uhr

Bahnhofsvorplatz Köln,

anschließend Fahrt nach Düsseldorf zum Ostermarsch Rheinland,
Beginn 14 Uhr,
DGB-Haus Düsseldorf.

Film: „Nacht und Nebel“. Der Film, mit dem alles anfing (1955/56)

19. März 2018

Sonntag, 18. März 2018, 11 Uhr

Vortrag mit Hannes Heer sowie Film „Nacht und Nebel“ von Alain Resnais, F 1956, 32 Min.

Alain Resnais’ 1955 in Auschwitz gedrehter und mit Archivmaterial ergänzter Film ließ keinen Zweifel daran, dass, trotz des Schweigens der Deutschen, die Todeslager, die Täter und deren Opfer nicht vergessen waren. Um einen internationalen Aufschrei und den bundesdeutschen Schock zu vermeiden, ließ die Bundesregierung den Film 1956 aus dem Programm der Filmfestspiele in Cannes entfernen – der Film behindere die Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen.

Filmforum NRW im Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, Preis: € 10,00, ermäßigt: € 6,00

Neues vom rechten Rand

geschrieben von hma

19. März 2018

Der Kölner AfDler Roger Beckamp gehörte unlängst einer Delegation von AfD-Landtagsabgeordneten an, die auf die Krim gereist waren. Dort forderte Beckamp, die von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland aufzuheben. Der Kölner AfD-Stadtrat Wolfram Baentsch hat unterdessen erneut der extrem rechten Zeitschrift „ZUERST!“ ein Interview gegeben. Der Autor des Buches „Der Doppelmord an Uwe Barschel“ vertritt in dem Interview hartnäckig die These, dass der damalige CDU-Politiker ermordet worden sein könnte. Das Interview mit Baentsch ist ein weiterer Beleg dafür, dass die AfD von Anfang an ein Sammelbecken von „Verschwörungs-theoretikern“ und „Parteibuchsammlern“ war, wie der frühere Kölner AfD-Stadtrat Hendrik Rottmann Ende vergangenen Jahres bemerkte, als er seinen Austritt aus der AfD bekannt gab. Mit seiner Ankündigung – als langjähriges CDU-Mitglied – die AfD wählen zu wollen, hatte der in Köln und in der Eifel lebende Unternehmer Prof. Dr. Max Otte im vergangenen Jahr einiges Aufsehen erregt. Immerhin war der Unternehmer und Publizist („Der Crash kommt“) „Börsianer des Jahres“ 2009 und 2010 und leitet in Köln das Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Otte verwaltet verschiedene Fonds, in die Anleger investieren können. Ende vergangenen Jahres verwaltete er knapp 200 Mio. Euro. Unlängst wurde bekannt, dass der Unternehmer im vergangenen Jahr die „Oswald-Spengler-Gesellschaft“ mitgegründet hatte und nun als deren Schatzmeister fungiert. Als Vertreter der „Konservativen Revolution“ gehörte Spengler (1880-1936) zu den ideologischen Wegbereitern des Hitler-Faschismus. Schon 2011 hatte Otte an einer Gedenkveranstaltung am Grab Oswald Spenglers auf dem Münchener Nordfriedhof teilgenommen. Etwa 30 Personen waren damals der Einladung des neurechten „Instituts für Staatspolitik“ gefolgt. Anlässlich des 100.Jahrestages der Erstveröffentlichung von Spenglers Hauptwerk „Der Untergang des Abendlandes“ will die Gesellschaft in diesem Jahr eine Konferenz in Brüssel durchführen. Zuvor hat Otte aber noch ein eigenes Projekt geplant. Mit einer halbseitigen Anzeige im rechten Wochenblatt „Junge Freiheit“ (9-2018) lädt Otte für den 5.Mai zu einem „Neuen Hambacher Fest“ auf das Hambacher Schloss ein. In Anknüpfung an die Vormärz-Demonstration von 1832 am Hambacher Schloss will Otte ein großes Volksfest durchführen. Auf diesem sollen u.a. der umstrittene Buchautor Thilo Sarrazin (SPD), die Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler (FDP) und Klaus-Peter Willsch (CDU), der ehemalige CDU-MdB Willy Wimmer, Vera Lengsfeld und zwei „Überraschungsgäste“ auftreten. Eingeleitet werden soll das Fest mit einer „Patriotenwanderung“ von Neustadt zum Schloss.

Köln gegen den Krieg in Afrin

16. März 2018

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– Keine Unterstützung für Erdogans Krieg –
am 21. März 2018, 17:00 Uhr
vom Rudolfplatz zum Alter Markt

Am 21. März ist Newroz, das Neujahrsfest der Kurdinnen und Kurden. Wir begehen Newroz, indem wir hier zusammen
gegen den Krieg des türkischen Regimes protestieren und uns mit der Bevölkerung in Afrin solidarisieren!!
Die Türkei, NATO-Mitglied und EU-Beitrittskandidat, führt seit dem 20. Januar einen völkerrechtswidrigen, blutigen und
zerstörerischen Belagerungs- und Besatzungskrieg gegen die kurdische Enklave Afrin in Nordsyrien.
Türkische Kampfjets bombardieren tagtäglich die kurdischen Siedlungen in und um Afrin. Artillerie und Leopard-Panzer
aus deutscher Produktion nehmen Dörfer unter Beschuss, türkische Todesschwadronen und mit dem türkischen Regime
verbündete Islamisten morden die Zivilbevölkerung, verwüsten Siedlungen und vernichten die Lebensgrundlagen der
dort lebenden Menschen. Bis Mitte März wurden Hunderte getötet und über 60.000 Menschen mussten ihre an der
Grenze liegenden Dörfer verlassen und wurden so zu Binnenflüchtlingen im eigenen Land.
Für diesen Invasionskrieg der türkischen Regierung gibt es weder ein Mandat oder eine Resolution der UN noch gibt es
eine Erlaubnis durch die syrische Regierung. Somit ist der Krieg gegen Afrin, das seit Jahren über 300.000 arabische
Kriegsflüchtlinge aus Aleppo, Jarablus und Idlib beherbergt, schlicht und ergreifend ein Völkerrechtsbruch, ein illegaler
und illegitimer Aggressionsakt.
Trotzdem aber herrscht auf internationaler Ebene Schweigen gegenüber den Verbrechen des türkischen Militärs. Weder
von der Bundesregierung und der EU noch von der Völkergemeinschaft der NATO gibt es Versuche und Initiativen,
diese Gräueltaten zu beenden. Der völkerrechtswidrige Krieg wird stillschweigend geduldet.
Die türkische Regierung behauptet, dass der vom Sicherheitsrat ausgerufene Waffenstillstand das Gebiet um Afrin nicht
betreffe, und sie werde ihren Einmarsch fortsetzen, bis alle „Terroristen“ vernichtet sind. Mit „Terroristen“ meint sie die
kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die zur Zerschlagung des IS (Islamischer Staat) entscheidend
beigetragen haben und mit den USA koalieren.
Diese Doppelmoral der Völkergemeinschaft ist beschämend. Dieser Doppelstandard öffnet weiteren Gräueltaten Tür und
Tor und ermutigt die türkische Regierung, ihren Besatzungskrieg gegen die Zivilbevölkerung in Afrin fortzusetzen und
auszuweiten.
Die Kriegsverbrechen in Afrin sind der Bundesregierung genauso bekannt wie die fortgesetzten Menschenrechts-
verstöße in der Türkei. Doch die Bundesregierung schweigt im „Interesse einer Normalisierung des Verhältnisses zur
Türkei“ – und macht sich so mitschuldig an den Verbrechen !
Wir Kölnerinnen und Kölner sagen „Nein zum Krieg des türkischen Regimes!“ Dieser Krieg wird auch mit aus
Deutschland gelieferten Waffen geführt. Die Leopard-Panzer und Haubitzen töten Zivilist*innen in Afrin und zerstören die
Lebensgrundlagen der Bevölkerung.

  • Die Bundesregierung muss sich ohne „Wenn und Aber“ für einen sofortigen Stopp des türkischen Angriffs in
    Afrin/Nordsyrien einsetzen.
  •  Alle deutschen Rüstungsexporte in die Türkei müssen umgehend gestoppt werden, eine Modernisierung der
    Leopard-2-Panzer durch Rheinmetall darf nicht stattfinden.
  •  Deutschland und die EU sind aufgefordert, sich konsequent gegen eine weitere Gewalteskalation und für
    Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte sowie die Ahndung und Aufarbeitung von Straftaten gegen das
    Völkerrecht in der Region einzusetzen.
    Veranstalter: Plenum “Frieden und Freiheit für die Türkei und Kurdistan”, das aus Friedens-, Menschenrechtsgruppen und
    Einzelpersonen besteht

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