Auch 77 Jahre nach der Befreiung: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

30. April 2022

Als vor 77 Jahren Deutschland durch die Truppen der Alliierten und den Kampf der Widerstandsbewegungen in den von der Wehrmacht besetzten Ländern Europas vom Faschismus befreit wurde, kehrte auf unserem Kontinent endlich wieder Friede ein. Der Krieg, der von Deutschland ausging und nach Deutschland zurückkehrte, hatte etwa 60 Millionen Menschenleben gekostet, viele Gebiete in Osteuopa waren nur noch verbrannte Erde.

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WIR MACHEN WEITER: Bejarano & Microphone Mafia

26. April 2022

Sa, 7.Mai 2022 um 19:00Uhr


Im Jahr 2008 finden Menschen zu einem Projekt zusammen, die augenscheinlich unterschiedlicher
nicht sein können: die Mitglieder der seit 1989 bestehenden HipHop-Combo „Microphone Mafia“
und die Holocaustüberlebende Esther Bejanaro (1924-2021) mit Sohn Joram und Tochter Edna.
Dies ist nicht nur der Beginn eines musikalischen wie politischen Projektes, sondern auch der
Beginn einer Freundschaft. Jahrzehntelang ist Esther Bejarano eine der wichtigsten Stimmen in
Deutschland im Kampf gegen Antisemitismus, Faschismus und Nationalsozialismus. Ihren Worten
am Krankenbett „Jetzt müsst ihr weitermachen, meine Rache mit Musik, Worten und Herz
weiterführen“ folgend, stehen Kutlu Yurtseven (Microphone Mafia) und Joram Bejanaro unter dem
Motto „wir machen weiter“ wieder auf der Bühne. Dank ihrer zahlreichen Texte bleibt Esther
Bejanaro auch mit dabei.

Eintritt: 10€ (ermäßigt: 7€)
Et Kapellche e.V.
Holsteinerstr. 1
Köln – Mülheim

Infos und Tickets: www.etkapellche.de


Lesung: Mit Mut und List – Europäische Frauen gegen Faschismus und Krieg

15. Februar 2022

15. März 2022, 19 Uhr

NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23-25

Vorgestellt von Florence Hervé

Widerstand von Frauen gegen den Nationalsozialismus wurde lange nicht gewürdigt, erzählt und erinnert. Dabei waren Frauen in Europa an allen Formen des antifaschistischen Widerstands beteiligt, haben Verantwortung übernommen und besondere Formen der Résistance entwickelt. Ob im Kurierdienst, bei der Untergrundpresse, der Fluchthilfe oder selbst an den Waffen.

Sie haben für Freiheit, Frieden und Menschenrechte gekämpft und zur Befreiung von der NS-Herrschaft beigetragen.

Mit ihrem Buch „Mit Mut und List“ erinnert Dr. Florence Hervé an diesen Frauenwiderstand in Europa und stellt einige Widerstandskämpferinnen vor. Mit Texten und Einspielung von Liedern aus dem antifaschistischen Widerstand.

Es liest: Christiane Lemm

Veranstalter:

Kölner Frauengeschichtsverein, Verein EL-DE-Haus, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum

Es gilt 2G. Anmeldung erforderlich unter: nsdok@stadt-koeln.de

Flyer:

Erinnern – eine Brücke in die Zukunft

22. Januar 2022

Wir gedenken der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und der Millionen Opfer des Nationalsozialismus.

Dieses Mal richten wir unseren Blick auf die Kölner Gesundheitspolitik während der NS-Diktatur. Grundlegend für sie waren Hitlers Ausführungen in „Mein Kampf“: „Der Staat muss Sorge tragen, dass nur, wer gesund ist, Kinder zeugen darf. Umgekehrt aber muss es als verwerflich gelten, gesunde Kinder dem Staat vorzuenthalten.“ (1925)

Direkt ab 1933 missbrauchen die Nazis das öffentliche Gesundheitswesen für ihre menschenverachtende Selektionspolitik. Ärzt*innen verletzen den im hippokratischen Eid festgelegten Leitgedanken, die Würde jedes einzelnen Kranken zu achten und ihn vor Schaden zu bewahren.Dem Nationalsozialismus dagegen geht es um die „Gesundheit des Volkskörpers“ und um „Rassenhygiene“. Die Ärzteschaft wird zu einer der wichtigsten Säulen zur Durchsetzung der ‚Rasse‘-Politik. Mit dem NS-Ärztebund bilden sie bald die größte Berufsgruppe innerhalb einer Parteiorganisation. Für die Bevölkerung wiederum wird es als Pflicht definiert, gesund und leistungsfähig zu sein, um dem Staat dienen zu können.

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Gedenken an Edelweißpiraten

2. Januar 2022

Am 10. November wurde in Ehrenfeld der an diesem Tag 1944 hingerichteten Edelweißpiraten gedacht sowie der Zwangsarbeiter, die nur wenige Tage zuvor an dieser Stelle ermordet wurden. Für den erkrankten Rolly Brings war das Markus Reinhardt Ensemble gekommen. Mit Wolfgang Schwarz, dem Bruder des hingerichteten Günther Schwarz, ist nun auch der letzte noch lebende Kölner Edelweißpirat gestorben. An dem Mahngang, der wie jedes Jahr am Platz der ehemaligen Synagoge in der Körnerstraße begann, und an der Kundgebung nahmen mehr als 150 Menschen teil.

Editorial der aktuellen Zeitung

2. Januar 2022

Liebe Mitglieder und Freunde der Kölner VVN-BdA,

liebe Kameradinnen und Kameraden,

wenn diese Zeitung bei Ihren Leserinnen und Lesern angekommen sein wird, haben wir wahrscheinlich eine neue Bundesregierung. Viele Menschen erfüllt das mit Genugtuung – nach 16 Jahren Regierungen, deren Kanzlerin Merkel hieß, wollten sie eine Veränderung. Ob die laut Koalitionsvertrag anstehenden Veränderungen wirklich grundsätzliche Richtungswechsel sein werden, darf bezweifelt werden. Zumindest in der Frage Frieden und Abrüstung, scheint es eher noch schneller in Richtung Aufrüstung und (zumindest verbal sich zuspitzender) Kriegsrhetorik zu gehen. Die Bewaffnung der in Israel für die Bundeswehr erstandenen Drohnen, vor der Wahl von der SPD noch mit vielen Fragezeichen versehen, ist unter den neuen Koalitionären mittlerweile unumstritten. Dass die deutsche Fregatte, die derzeit im Pazifik unterwegs ist und u.a. den Druck auf China erhöhen soll, umgehend zurückbeordert würde, ist nirgends zu lesen und es steht zu befürchten, dass die designierte Außenministerin Baerbock, ihren sozialdemokratischen Kollegen Maas in antirussischer und antichinesischer Rhetorik noch übertreffen wird.

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31. Mahnwache „Gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus – Für Toleranz und soziale Gerechtigkeit“ am 13. November 2021 an der Kirche St. Joseph

2. Januar 2022

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mahnwache wurden von Walborg Schröder, VVN/BdA begrüßt. Wir dokumentieren ihre Rede:

„Ich freue mich, dass ich Sie im Namen der Veranstalter – der VVN-BdA – und des DGB zu unserer traditionellen, nunmehr 31. Mahnwache aus Anlass der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 begrüßen darf. Ich bin als 88-Jährige Bewohnerin in einem Seniorenheim in Kürten von der 1. Mahnwache an jedes Jahr dabei. Der 9. November war das Signal der Nazis zur massenhaften industriellen Vernichtung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Erinnerung, die daran immer wach gehalten werden muss, damit sich so etwas nicht wiederholen kann, hat einen Ort. Hier ganz in der Nähe im ehemaligen Stellawerk, gab es ein „wildes“ KZ der SA, in dem Menschen aus unserer Stadt – Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen – gefangen gehalten, misshandelt und in Konzentrationslager deportiert wurden.. So erinnert eine Gedenktafel an sie. Ich danke der Kirchengemeinde St. Joseph für die Möglichkeit, auf ihrem Gelände dieser Opfer zu gedenken, in der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie, die besondere Anforderungen an uns alle stellt.

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Geteilter Picasso, vielfältige Wirkung

2. Januar 2022

Bis zum 30. Januar ist im Kölner Museum Ludwig eine kulturpolitisch höchst interessante Ausstellung zu sehen: Der geteilte Picasso . Der Künstler und sein Bild in der BRD und der DDR.

Von den rund 150 Exponaten sind die wenigsten originale Werke von Picasso, bei den meisten handelt es sich um Ausstellungsansichten, Plakate und Kataloge, Presseberichte, Briefe, Akten, Filme und Fernsehberichte. Und um den großen Theatervorhang aus dem Berliner Ensemble, auf den Bertolt Brecht „die streitbare Friedenstaube meines Bruders Picasso“ malen ließ. Der Ausstellung geht es um die Unterschiede der öffentlichen Rezeption. Sie öffnet Augen.

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Stolpersteine für Alice und Kurt Bachmann

2. Januar 2022

Am 28. September wurden in der Euskirchener Straße die Stolpersteine für Alice und Kurt Bachmann verlegt. Trotz der frühen Zeit waren viele Menschen gekommen, auch der Sohn Paul Bachmann (hier zusammen mit Gunter Demnig) nahm teil.

Klaus Stein erinnerte in seiner Rede an den kommunistischen Widerstandskämpfer Bachmann, der mehrere KZs überlebte und bis zu seinem Tod unermüdlich gegen alte und neue Faschisten kämpfte, für Menschenrechte, Demokratie und Frieden.

Wir dokumentieren hier die Rede von Klaus Stein:

Euskirchener Straße 21, 50935 Köln Ansprache im Namen der VVN-BdA Köln

Alice Wertheim und Kurt Bachmann, derer mit diesen Stolpersteinen gedacht wird, heiraten am 1. September 1935. Beide stammen aus jüdischen Familien. Sie ist 21 Jahre alt, er 26. Kurt ist Lederarbeiter, Gewerkschafter und seit 1932 Mitglied der KPD. Nach 1933 im Widerstand. Er übernimmt Flugblätter von holländischen Rheinschiffern am Neusser Hafen, sorgt für ihre Verteilung. 1938 emigriert das Paar nach Südfrankreich. Als Kurt 1939 als feindlicher Ausländer von der französischen Polizei verhaftet wird, kann er fliehen, arbeitet in Toulouse im Rahmen der illegalen Leitung der KPD in der Resistance. Bis 1942. „Am 9. September 1942 wurde ich von der Gestapo an die Stelle gebracht, wo die Menschen deportiert wurden. Und alle zwei oder drei Tage wurde ein Zug mit Tausend Menschen gefüllt. Am dritten Tag kam ich zusammen mit meiner Frau in Kosel/Oberschlesien an. Die Türen wurden aufgerissen. Männer raus, zwischen 15 und 55. Wir wurden dann aufgeteilt auf verschiedene Lager. Der Rest des Zuges, Alte und Junge und Frauen, darunter auch meine Frau, fuhren in den Tod. Ich bin ihm entkommen. Der Grund: Die faschistische Armee hatte schwere Verluste. Ich wusste, dass der Krieg nicht ein Blitzkrieg, sondern ein Dauerkrieg würde, der Arbeitssklaven brauchte. Und wir kamen dann in ein Lager, in dem wir arbeiten mussten.“ Alice wird in Auschwitz umgebracht. Wie Kurts Eltern und seine Schwester.

Er selbst durchläuft die Konzentrationslager Johannsdorf, Ratibor, Preiskretscham, Blechhammer und kommt schließlich nach Buchenwald. Nach der Befreiung kehrt er nach Köln zurück. Er gehört hier zu den Gründern der Vereinigten der Verfolgten des Naziregimes (VVN), arbeitet von 1950 bis zum Verbot der KPD im Parteivorstand, dann für die antifaschistische Zeitung „Die Tat“, gehört zu den Initiatioren, als die DKP konstituiert wird, und ist von 1969 bis 1973 ihr erster Bundesvorsitzender. Er verfasst 1978 das Buch „Die Wahrheit über Hitler“, 1983 „Das Jahr 1933“ und schreibt 1987 über den „Tatort Buchenwald“. Heute sei aber auch an das Jahr 1992 erinnert, als in Deutschland 27 Ausländer und Flüchtlinge ermordet werden. Im August setzt ein johlender Mob in Rostock-Lichtenhagen den Wohnblock, in dem Vienamesen unterbracht sind, in Brand. Zu der Zeit ist die Abschaffung des Asylrechts geplant und wird heftig diskutiert. Hier in Köln bildet sich ein breites Bündnis, das anlässlich des 9. November, dem Gedenken an die Reichsprogromnacht, über 20.000 Menschen zu einer Demonstration mobilisiert. Am selben Abend geben die Musiker von „Arsch huh, Zäng ussenander“ ihre legendäres Konzert auf dem Chlodwigplatz. Kurt Bachmann spricht zuvor auf der Kundgebung vor der Oper: »1992 ist nicht 1933. Aber es ist auf dem Weg dahin. Heute brennen täglich Ausländerheime. Junge Neofaschisten sind diesmal die Brandstifter. Was heute auf dem Spiel steht, sind alle Grundrechte unserer Verfassung, konkret das Recht auf politisches Asyl. Noch nie traten Neonazis, Skinheads und ihre Mitläufer so gewalttätig und organisiert auf. Offensichtlich besteht die Gefahr, dass eine bundesweite Befehlsstruktur aus bestehenden neofaschistischen Organisationen entsteht. Die Rechtskonservativen in den Regierungsparteien betreiben eine Politik der Aushöhlung unantastbarer Grundrechte unserer Verfassung. Dabei wird ein Zusammenspiel mit rechtsextremen Kräften sichtbar. Die Übergänge sind fließend. Eine demokratische, antifaschistische Bewegung, die Bündelung all dieser Kräfte – dies ist das Gebot der Stunde.«

Klaus Stein, 28. September 2021

Das Mahnmal kommt – Ratsbeschluss: Es wird da realisiert wo es hingehört.

2. Januar 2022

Am denkwürdigen Datum, dem 9. November, hat der Rat endlich den Beschluss gefasst, das Mahnmal, das an die Anschläge des NSU in Köln erinnert, dort zu errichten wo es seit Anbeginn von Betroffenen und Beteiligten gefordert wird: an der Ecke Schanzenstraße/Keupstraße.

550qm wird die Fläche betragen, die bereit gestellt wird, um einen würdigen und kommunikativen Ort des Gedenkens an die Anschläge des NSU am 19. Januar 2001 in der Probsteigasse und am 9. Juni 2004 in der Keupstraße zu schaffen.

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