Faschismus und Widerstand in Italien – Beitrag der ANPI bei unserem Sommerfest

4. September 2026

Was ist ANPI? ANPI ist ein Akronym, steht für Associazione Nazionale Partigiani e Partigiane d’Italia – auf Deutsch: Nationale Vereinigung der Partisan*innen Italiens – und wurde 1944 in Rom gegründet. Ursprünglich waren die Mitglieder ausschließlich Partisaninnen und Partisanen, also diejenigen Menschen, die aktiv im Widerstand gegen den Faschismus und die deutsche Besatzung gekämpft hatten. Seit 2006 dürfen alle Mitglieder werden, die die Werte der Freiheit, der Demokratie und des Antifaschismus teilen.

Um zu erklären, wer die Partisan*innen waren, müssen wir einen Schritt zurück machen und ein wenig über die Geschichte Italiens der letzten hundert Jahren reden. Wir sind keine Historiker*innen und möchten auch nicht in die Tiefe gehen aber ein wenig Kontext anbieten, um die Geschichte unserer Vereinigung verständlicher zu machen.

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Neues vom rechten Rand

4. September 2026

Der Kölner Landtagsabgeordnete Sven Tritschler ist auf dem Bundesparteitag der AfD in Erfurt auf Vorschlag von Alice Weidel zum stellvertretenden Bundessprecher gewählt worden. Seine Loyalität zu seiner Vorsitzenden zeigte er bei der
Aufstellungsversammlung der AfD in NRW für die Landtagswahl im kommenden Jahr. Dort war Tritschler Administrator einer Telegram-Gruppe unter dem Namen „Operation Filibuster“, der auch der Dortmunder AfD-Rechtsaußen Matthias Helferich angehörte. Mit dem so genannten „Filibustern“ zögern Minderheiten im US-Senat Gesetze oder politische Entscheidungen durch endloses Reden hinaus. Nachdem bei den ersten 21 Kandidaten fast nur Delegierte aus dem Lager des Krefelder NRW-Landesvorsitzenden Vincentz gewählt worden waren, wurde bei Platz 22 die „Operation Filibuster“ ausgelöst. Mit dem Ergebnis, dass sich 100 Kandidaten, oftmals junge Nachwuchsradikale des Helferich-Lagers, für den Listenplatz 22 aufstellen lassen wollten. Mindestens 81 von ihnen bewarben sich tatsächlich und stellten sich in jeweils achtminütigen Reden vor. Weitere Wahlen gab es an diesem Sonntag nicht mehr. Die Versammlung endete im Chaos.
Während sich Tritschler auf NRW-Ebene als Strippenzieher versuchte, sieht es in seinem Heimatort gerade nicht ganz so rosig aus. Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld hat die AfD gerade einen Bezirksvertreter verloren. Felix Helleckes hat die AfD verlassen. Er kam einem eingeleiteten Ausschlussverfahren zuvor. Noch Anfang des Jahres war Helleckes vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro wegen Beleidigung und eines Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz zum Nachteil einer Ratsfrau von „Die Grünen“ verurteilt worden.
Helleckes Provokationen in sozialen Medien gegenüber anderen Menschen gingen selbst der AfD zunehmend zu weit. Bereits im Mai hatte sich die AfD-Fraktion in Ehrenfeld aufgelöst. Seine Mitstreiterin Liane Bchir wollte nicht mehr mit Helleckes zusammenarbeiten. hma

Mahnmal am Hansaring soll würdiger gestaltet werden

4. September 2026

Im April tagte im NS-Dokumentationszentrum ein erster Runder Tisch, an dem Vertreter*innen des NS-Dok, des Verein EL-DE-Haus, der VVN, der Bezirksvertretung Innenstadt sowie des Grünflächen- und Friedhofsamtes der Stadt Köln und des Denkmalschutzes teilnahmen.

Ein erster Schritt, um in die weitere Planung zu gehen, war jetzt der Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt, die auf ihrer Juni-Sitzung einen gemeinsamen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CDU, FDP, VOLT und die Linke dazu angenommen hat (bei Enthaltung der AFD).

Der Gedenkstein und seine Umgebung sollen ihrer „erinnerungskulturellen Bedeutung gemäß“ so gestaltet werden, dass sie „eine deutlich höhere Sichtbarkeit“ bekommen, heißt es in dem Beschluss.

Die Inschrift „Hier ruhen sieben Opfer der Gestapo – Dieses Mal erinnere an Deutschlands schandvollste Zeit“ ist kaum mehr lesbar. Die Bepflanzung soll schöner gestaltet werden.

Eine Info-Stele soll zukünftig auf die historische Bedeutung des Ortes hinweisen.

Das Mahnmal, das zugleich Grabstätte ist, war das erste in Köln, das an die faschistischen Verbrechen erinnerte und wurde bereits kurz nach Ende des Krieges errichtet.

Sie hatten Mut. – Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

4. September 2026

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Kölner Frauengeschichtsvereins fand am Samstag, den 8. August im NS-Dokumentationszentrum eine gemeinsame Veranstaltung des Kölner Frauengeschichtsvereins und
des Verein EL-DE-Haus -Förderverein des NS-DOK – mit Unterstützung der
VVN-BdA Köln statt. Viele Frauen und einige Männer kamen trotz der hohen Temperaturen und beteiligten sich.

Das Thema Frauen und Widerstand ist noch immer unterbelichtet.

Das hat verschiedene Ursachen: Die Männer, oft Partner, achteten ihre Aktivitäten nicht, die Geschichtsschreibung vernachlässigte sie und auch die Frauen selbst stellten oft ihr Licht unter den Scheffel, nach dem Motto „Das war doch nichts Besonderes, was ich da getan habe.“

So stellte schon das einführende Referat zum Thema von Claudia Wörmann, der Co-Vorsitzenden des Vereins ELDE-Haus, klar, wie vielfältig und auch zahlreich Frauen im Widerstand gegen den Faschismus aktiv waren.
Im Laufe des Nachmittags wurden etliche widerständige Kölnerinnen vorgestellt, mit ihrer Biografie, mit Bildern, in Filmausschnitten. Eine Ausstellung zeigte 28 Einzelbiografien. In einem „Zweitzeugengespräch“ stellte Malle Bensch-Humbach ihre Schwiegermutter Grete Humbach vor und Bruno Neurath-Wilson seine Mutter Eva Neurath.   

In der Ausstellung wurden auch 7 Frauen vorgestellt und gewürdigt, die Mitglied der VVN-BdA Köln waren: Martha Mense, Maria Fensky, Cilly Hansmann, Grete Kerp, Gertrud Hamacher, Grete Humbach und Gustl Butt.

Die Biografien werden jetzt auf den Webseiten vom Kölner Frauengeschichtsverein und des Verein EL-DE-Haus zur Verfügung stehen. Die Ausstellung wird demnächst auch auszuleihen sein. Evtl. wird auch eine Broschüre erarbeitet.

Link zum Projekt:

http://frauen-im-widerstand-in-koeln.inf/

VVN-BdA Köln und ANPI-Colonia: Gemeinsames Sommerfest

4. September 2026

Wie fast jedes Jahr lud die Kölner Kreisvereinigung der VVN-BdA zum Sommerfest ein. Im Naturfreundehaus Köln-Kalk wurde fleißig gegrillt und dem kalten Buffet zugesprochen. Das gut besuchte Fest diente auch zur Werbung für die im September geplante Veranstaltung zum 80. Jahrestag der Landesvereinigung in Bochum.

Zum ersten Mal wurde das Fest gemeinsam mit der Kölner Gruppe der ANPI veranstaltet. Die ‚Associazione Nazionale Partigiani d’Italia‘, kurz ANPI ist der Verband der italienischen PartisanInnen und wurde 1944 gegründet. Auch in Deutschland gibt es heute vier Sektionen der ANPI – Köln ist eine davon.

Daniela und Elisa von der italienischen Schwesterorganisation der VVN-BdA berichteten über Vergangenheit und Gegenwart des Antifaschismus in Italien. Mehr als 150.000 Mitglieder der ANPI stellen sich heute in die Tradition PartisanInnen im Kampf für Menschenwürde und gegen die erstarkenden Rechtskräfte. Das zeigte sich erst vor kurzem wieder in der Beteiligung der italienischen KameradInnen an der starken und erfolgreichen Bewegung, die die geplante Justiz“reform“ der Meloni-Regierung verhinderte. Beim einmaligen gemeinsamen Sommerfest soll es nicht bleiben: Die Kölner AntifaschistInnen aus beiden Nationen waren sich einig darüber, auch weiterhin eng zusammenzuarbeiten und künftig gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen zu organisieren.

Abschied von Walborg Schröder

31. August 2026

Wir müssen Abschied nehmen von unserer Bergisch Gladbacher Kameradin Walborg Schröder, die am 27. Juni im Alter von 93 Jahren verstarb. Walborg war das Gesicht unseres Verbands in ihrer Heimatstadt, nicht zuletzt wegen der von ihr initiierten und mitgestalteten Mahnwache an den ehemaligen Stella-Werken, in denen 1933 Antifaschisten aus der Arbeiterbewegung gefangen gehalten und gequält wurden.

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Frieden braucht Engagement – auf zum Antikriegs- und Weltfriedenstag am 1. September!

31. August 2026

„87 Jahre nach dem Überfalls Nazi-Deutschlands auf Polen und dem Beginn des Raub- und Vernichtungskriegs soll nach dem Willen der Bundesregierung die Bundeswehr entgegen jeder Vernunft zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ hochgerüstet und die Gesellschaft zum Krieg „ertüchtigt“ werden. Wider diese Eskalationspolitik demonstrieren wir für die Verwirklichung der Konsequenzen, die 1945 weltweit von den Völkern mit der UN-Charta gezogen worden sind: für ein menschenwürdiges Leben, für soziale Verbesserung, globale Kooperation und die Verwirklichung des Völkerrechts.“ 

(„Aus dem Aufruf zum Antikriegstag am 1.9.26. „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Für internationale Solidarität, eine Welt des Friedens und sozialen Fortschritt„)

Frieden braucht Engagement – auf zum Antikriegs- und Weltfriedenstag am 1. September!

Am Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen demonstrieren wir dafür, dass die Konsequenzen aus der Geschichte umfassend verwirklicht werden: Für Abrüstung, für soziale und zivile Entwicklung, für die Verwirklichung des Völkerrecht, für allumfassende Solidarität und eine Gesellschaft, in dem der Mensch nicht Kanonenfutter, sondern das Ziel aller Bemühungen ist. 

Start ist um 17:30 mit einer Auftaktkundgebung am Friesenplatz. Beim Park am Bürgerzentrum Ehrenfeld schließen wir uns gegen 19:15 dem Friedensfest der Friedensaktiven „70+“ an, dort wird unsere gemeinsame Abschlusskundgebung stattfinden- mit Reden, Kabarett und guter Musik.  

Wir freuen uns auf Reden, Kultur und Musik von:

  • Andreas Zumach, Journalist und Publizist
  • Dem DGB Köln
  • von der Leiterin der kubanischen Außenstelle in Bonn, Mónica Rodríguez Sánchez
  • vom Schulstreikkommittee 
  • vom Rheinmetall Entwaffnen Camp
  • auf den Kabarettisten Stefan Reusch auf den Friedenschor und weitere Bands!

Flyer und Plakate finden sich im Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7-11. Bevor ihr Flyer und Plakate abholt, unbedingt durchrufen, damit auch jemand von Ort ist und euch aufmachen kann! Telefon und weitere Infos hier: https://friedensbildungswerk.de/

Jahrestag des rassistischen Nagelbombenanschlags

30. Mai 2026

9. Juni 2026
Keupstraße/Köln-Mülheim
11 – 20 Uhr

Die Betroffenen des rassistischen Anschlags, die IG Keupstraße, Initiativen und der Stadtteil laden herzliche zum Gedenken ein.

Am 9. Juni 2004 zündeten Mitglieder des selbsternannten »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) in der Keupstraße eine Nagelbombe. Durch die Detonation wurden 22 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Die Ermittler:innen gingen von einer „Milieustraftat“ aus. Sieben Jahre lang wurden die Menschen der Keupstraße zu Unrecht verdächtig, verhört und in ihrer Würde verletzt. Bis sich der NSU 2011 selbst enttarnte, mussten Geschäftsleute und Anwohner:innen mit Verdächtigungen und Vorurteilen leben. Die Betroffenen der Anschläge wurden allein gelassen, der NSU-Prozess in München lieferte nicht die versprochene Aufklärung über die Hintergründe der Verbrechen und das Netzwerk der Täter:innen.

Als Zeichen der Solidarität und der Erinnerung werden am diesjährigen 22. Jahrestag Betroffene rassistischer Gewalt auf einer Kundgebung zu Wort kommen. Eine Gedenkfeier und ein kleines, feines Rahmenprogramm schaffen Raum für Austausch, Begegnung und Zusammenhalt.

Wo bleibt das Mahnmal?

Über 20 Jahre nach den Anschlägen und zehn Jahre nach dem Ratsbeschluss für das Mahnmal an der Keupstraße steht es immer noch nicht. Das große Banner an der Ecke Keupstraße/ Schanzenstraße appelliert an alle, endlich Verantwortung und gemeinsames Engagement für die Realisierung des würdigen Lern- und Erinnerungsortes zu übernehmen. Das Mahnmal muss endlich unabhängig von den Baumaßnahmen und Investoreninteressen umgesetzt werden, um Raum für Erinnerung und ein Zeichen gegen Rassismus zu schaffen.

Die Beteiligten:

  • IG Keupstraße 
  • Integrationsrat Köln 
  • NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
  • Aak Jugendladen Mülheim 
  • Aak Kita Keupstraße
  • Betroffeneninititative Kölner Keupstrasse 9.6.2004
  • Geschichtswerkstatt Köln-Mülheim
  • Hallo Nachbar, Danke schön 
  • Initiative Herkesin Meydanı — Platz für alle
  • Initiative „Keupstraße ist überall“
  • InterKultur e.V.
  • Intermesh Kollektiv 
  • Kulturbunker Köln-Mülheim e.V.
  • Schauspiel Köln
  • studiobühne Köln 
  • Sozialraumkoordination Mülheim-Nord/ Keupstraße

Lesung anlässlich des Jahrestages der Bücherverbrennung 

15. Mai 2026

„Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg, nie wieder brennende Bücher!

Lesung anlässlich des Jahrestages der Bücherverbrennung 
„Auch heute noch bin ich davon überzeugt, dass ein einstimmiger Protest der gesamten deutschen Professorenschaft, der Lehrer, Künstler, Verleger und Autoren, verbunden mit der sofortigen Schließung der Schulen, Universitäten und Kunstzentren, die Machtergreifung der Hitler-Regierung verhindert hätte. Doch die Professoren und intellektuellen Kreise schwiegen. Sie erwiesen sich als der Situation nicht gewachsen, die eine einstimmige und umfassende Zivilcourage erforderte.“  

Der ehemalige Kölner Ethnologe, Soziologe und Hochschullehrer Julius Lips, Vorwort aus dem Buch „The Savage Hits Back“,  1937 in den USA erschienen, aus dem Englischen übersetzt.

„Das Lernen des Schauspielers muß zusammen mit dem Lernen der anderen Schauspieler, sein Aufbau der Figur mit dem Aufbau der anderen Figuren vorgenommen werden. Denn die kleinste gesellschaftliche Einheit ist nicht der Mensch, sondern zwei Menschen. Auch im Leben bauen wir uns gegenseitig auf.“

Bertolt Brecht, Kleines Organon für das Theater, 1949.


Nie wieder! Am 10. Mai 1933 wurden, organisiert von der „deutschen Studierendenschaft“, an den deutschen Universitäten die Bücher von  jüdischen, bürgerlich-humanistischen und marxistischen Autor*innen unter dem Motto „wider den undeutschen Geist“ verbrannt, um Antisemitismus, rassistische Hetze, Nationalismus und Heroisierung des Soldatentums wider jede Vernunft und Humanität durchzusetzen – eine Woche später, am 17. Mai, auch an der Universität Köln. Mit der Bücherverbrennung wurde die Gleichschaltung der Hochschulen mit den menschenverachtenden Zielen der Nazis vorangebracht, wurde Militarismus, Krieg und Vernichtung der Boden bereitet.

Verbrannt, verfolgt und ins Exil getrieben wurden all diejenigen, die für Humanität, Völkerverständigung und Frieden standen, dazu gehörten Wissen- und Kulturschaffende wie Irmgard Keun, Bertolt Brecht, Franz Kafka, Mascha Kaléko, Sigmund Freud, Erich Kästner, Anna Seghers, Ernest Hemingway, Bertha von Suttner, Heinrich und Klaus Mann, Karl Marx, Heinrich Heine, Albert Einstein, Maxim Gorki, Rosa Luxemburg, Egon Erwin Kisch, Kurt Tucholsky, Else Lasker-Schüler und viele andere. Aus dem Exil in den USA kritisierte der oben zitierte ehemalige Hochschullehrer und ehemalige Leiter des damaligen Rautenstrauch-Joest-Museums die „aktive Mitwirkung der deutschen Intellektuellen an dem Krieg, den eine politische Partei gegen die Menschlichkeit, die Gerechtigkeit und die Wahrheit, mit anderen Worten gegen die Zivilisation, führte“. Er gehörte zu denen, die schon in der Weimarer Republik gegen die kolonialistische Exotisierung und Entmenschlichung des „Fremden“, gegen die Behauptung der Höherwertigkeit westlicher Kultur und „Rasse“ eintraten, die wissenschaftlich begründeten, warum der Krieg „aller gegen alle“ nicht in der Natur des Menschen liegt und für Dialog zwischen Menschen und Kulturen eintrat.

Der Faschismus musste, um sich an der Macht zu konsolidieren, Nationalismus und Feindbilder schüren und jede Möglichkeit bekämpfen, in den zum „Feind“ Erklärten  Menschen und Gleiche zu erkennen. Er musste gegen jede Vernunft die Allewigkeit und Natürlichkeit von Konkurrenz und Krieg behaupten, jede Zivilcourage, jede Zusammenarbeit für eine humane Welt unterdrücken. Und dennoch: Das antifaschistische Bündnis, die Kooperation für eine universell menschenwürdige Welt, ist zustande gekommen, weil Menschen widersprochen und widerstanden haben, weil gerade in Zeiten der Unterdrückung und der Gewalt gelernt und kooperiert worden ist für eine Welt des Friedens, in der Krieg und Faschismus nie wieder sein mögen, für eine Welt, in der „der Mensch dem Menschen ein Helfer“ (Brecht) sei. Ihre Verwirklichung steht heute aus.  

Wir laden alle ein, zum Zuhören und Lesen, zum Nachdenken, Neu-sehen und Neu-lernen, zum In-die-Geschichte-greifen und Diskutieren.“

Wir freuen uns über alle Mitlesenden und Zuhörenden am 18.05.!

Viele Grüße

der Arbeitskreis Zivilklausel

8. Mai: Tag der Befreiung des Nationalsozialismus // Rede Luis, aktiv in der Schulstreikbewegung gegen Wehrpflicht

15. Mai 2026

Liebe Damen, Liebe Herren und allem drumherum oder dazwischen,

Heute ist der Tag, an dem wir allen Opfern des Nationalsozialismus gedenken. Wir gedenken denen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden und ihm zum Opfer fielen. Allen Jüdinnen und Juden, allen Sinti und Roma, allen Menschen mit einer Behinderung, allen Kriegsgefangenen, allen Kommunisten und Kommunistinnen, allen Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen, allen anderen politischen Gegnern, allen Homosexuellen und all den anderen Menschen, die nicht in das Ideal der Nationalsozialisten passten.

8. Mai 1942, 23:01 Uhr nach mitteleuropäischer Zeit:

Noch heute Morgen wachten rund um die 7000 Menschen in Auschwitz auf, Kinder, Väter, Mütter, Nachbarn wachten voller Angst und Hoffnungslosigkeit auf. Voller Angst vor dem Tod, dem Erfrieren, Verhungern, Verdursten, Folter, ja das war Folter. Unmenschliche, grausame Experimente werden an Menschen durchgeführt. Tag ein und Tag aus verlieren unzählige Menschen aufgrund der faschistischen Ideologie der Nationalsozialisten ihr Leben und werden auf brutalsten Weisen ermordet.

8. Mai 1945, 23:01 Uhr nach mitteleuropäischer Zeit:

Die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht und die Befreiung Deutschlands vom Faschismus tritt in Kraft. Der Krieg zog etliches an Zerstörung, Massenvernichtung, Kriegsverbrechen, Verfolgung und Zwangsumsiedlung mit sich, doch dem ist nun ein Ende gesetzt. Es gibt nun endlich wieder Hoffnung auf ein Leben in Frieden, ohne der ständigen Angst vor der grausamen Verfolgung, Tyrannei und Kriegsgefahr der Nationalsozialisten. Dennoch fehlen Kinder, Väter, Mütter, Nachbarn, sie fehlen in ihren Wohnungen, in ihren Familien und in ihren Freundeskreisen. Ihre Tode werden für immer in Erinnerung bleiben, sie bleiben wie ein Denkmal, dass so etwas nie wieder passieren darf.

Wir, die Generationen der heutigen Zeit sind in der Verantwortung, dass dies nie wieder passiert. Wenn wir sagen „Nie wieder ist jetzt“, dann bedeutet dies, dass wir alles dafür tun müssen, um imperialistische Kriege zu vermeiden. Wenn wir Frieden wollen, dann kann Aufrüstung keine Option sein. Wenn wir Frieden wollen, dann sollten junge Menschen nicht zum Morden ausgebildet werden. Wenn wir Frieden wollen, dann muss Deutschland nicht kriegstüchtig werden. Wir werden nicht die Werkzeuge eures Leids sein, wir werden nicht für eure Ideologien morden und wir machen uns die Hände nicht schmutzig, damit ihr den Profit in sauberen Händen haltet. Unsere Repression gegen ihre Kriegsvorbereitungen ist Teil unseres Versprechens. Während Unmengen an Geld in die Aufrüstung der Bundeswehr gesteckt werden, wird an der Jugend gespart. Unsere Bildung erhalten wir in kaputten Schulgebäuden, Freizeitmöglichkeiten fallen weg und öffentliche Verkehrsmittel werden immer teurer, nur damit Deutschland wieder eine Führungsmacht wird. Unternehmen verdienen sich dumm und dämlich an den Kriegen und deren Vorbereitungen, während wir für diese im Ernstfall sterben sollen. Die Kinder von Reichen werden nicht an die Front müssen, während Jugendliche aus niedrigen Klassenschichten mit verlockenden Angeboten ihr Leben an den Staat verkaufen. So werden wir keinen Frieden erreichen, Deutschland ist auf dem besten Weg genau diesen zu Nichte zu machen, wenn dies so weitergeht. Deshalb waren wir am 5.1. und am 5.03. bereits mit jeweils über 50.000 Schülerinnen und Schülern auf der Straße und haben gestreikt. Wir haben gezeigt, dass wir diese Kriegsvorbereitungen nicht mitmachen. Wir haben gezeigt: Die Reichen wollen Krieg – Die Jugend eine Zukunft!

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