Wie halten wir den Aufstieg der Rechten auf? – Eine Diskussion mit Gerd Wiegel

11. Oktober 2017

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Donnerstag, 26. Oktober 2017, 18.00 Uhr
DGB-Haus, Hans-Böckler-Platz 1

 

Die Bundestagswahl vom 24. September hat ein Ergebnis, dass es so in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben hatte: Erstmals seit 1949 gelang einer Partei, die eine offen rassistische und völkische Politik vertritt, der Einzug ins höchste deutsche Parlament. Dieser Erfolg der AfD wirft für alle Demokrat(inn)en und Antifaschist(inn)en eine Reihe von grundlegenden Fragen auf:

  • Warum gelang den Rechten trotz aller Gegenwehr ein solcher Erfolg?
  • Woher kommen die AfD-Wähler(innen) und was sind die Gründe für ihre Wahlentscheidung?
  • Handelt es sich ausschließlich um überzeugte Rassist(inn)en, die bekämpft werden müssen oder geht es auch darum, einen Teil von ihnen zurück zu gewinnen für eine fortschrittliche Politik?
  • Wie sind die Austritte und Abspaltungen der AFD zu bewerten?
  • Wie muss der Kampf gegen Rechts geführt werden, damit er Erfolg haben kann und wir die blauen Braunen so schnell wie möglich wieder los werden?

Nachdem mehr als einen Monat nach den Wahlen alle Ergebnisse und viele Analysen vorliegen, wollen wir diese Fragen diskutieren. Es referiert Gerd Wiegel, Politikwissenschaftler und Referent für Rechtsextemismus und Antifaschismus Der Bundestagsfraktion DIE LINKE. Er veröffentlichte vor wenigen Monaten das Buch „Ein aufhaltsamer Aufstieg – Alternativen zu AfD & Co.“ im Kölner Papyrossa-Verlag.

 

Eine Veranstaltung der VVN-BdA Köln und Kein Veedel für Rassimus

Der Flyer zur Veranstaltung ist hier zu finden.

Demagogen, Populisten, Fremdenfeinde: Wie gefährdet ist die Demokratie durch eine radikale „Neue Rechte“?

29. September 2017

Freitag. 13. Oktober 2017
Demagogen, Populisten, Fremdenfeinde: Wie gefährdet ist die Demokratie durch eine radikale „Neue Rechte“?
Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz.

19:00 Uhr, NS-Dokumentationszentrum, Appellhofplatz 23-25,
4,50, erm. 2,00 Euro

Schuld und Schulden: Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa.

29. September 2017

Dienstag. 10. Oktober 2017

Vortrag von Karl Heinz Roth.
Die Reparationsfrage ist ein besonders umstrittenes Kapitel der europäischen Nachkriegsgeschichte. Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehörte auch Griechenland.

19:00 Uhr, NS-Dokumentationszentrum, Appellhofplatz
23-25, 4,50, erm. 2,00 Euro

Lesung: Mit den Fingern in Asche geschrieben.

29. September 2017

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Lesung mit den Roma-Schriftstellern Jovan Nikolic und Ruzdija Sejdovic
Moderation Dr. Karola Fings.
Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“: Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung“.

19:00 Uhr, NS-Dokumentationszentrum,
Appellhofplatz 23-25, 4,50, erm. 2,00 Euro

Der Matrosenaufstand 1917 – Gedenken in Porz

25. September 2017

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Vor genau 100 Jahren, am 5. September 1917, wurde der Militär-Übungsplatz in Köln-Wahn Schauplatz zweier umstrittener Hinrichtungen. Hier, weit weg von der Küste, wurden die wenige Tage zuvor verhängten Todesurteile gegen zwei junge Matrosen der Kaiserlichen Marine vollstreckt: Albin Köbis und Max Reichpietsch.
Das Friedensbildungswerk, die SJD / Die Falken Gruppe Robert Blum und der DGB Köln/Bonn nahmen den Jahrestag zum Anlass, um an den Matrosenaufstand zu erinnern. Kooperationspartner: AK Zivilklausel an der Universität zu Köln. Auch die VVN-BdA Köln beteiligte sich.
Zur Vorführung des Films «Matrosenmeuterei» kamen 79 Personen in das Weisshauskino. Den Vortrag von Christoph Regulski aus «Lieber für die Ehre erschossen werden, als für die sogenannte Ehre fallen» besuchten 45 Menschen. Bei der öffentlichen Gedenkveranstaltung in Köln-Porz-Wahn waren 60 Personen anwesend.
Wir dokumentieren den Redebeitrag von Günter Baumann, VVN-BdA. Auf der Webseite des Friedensbildungswerks sind auch alle anderen Reden nachzulesen.

Sehr geehrte Anwesende!

Im Jahr 1917 wehrten sich Matrosen auf den Kriegsschiffen in gemeinsamen Aktionen gegen die massive Unterdrückung durch die Seeoffiziere. Sie wurden wie Sklaven schikaniert. Sie führten Streiks durch gegen die Hungerrationen und das oft völlig verdorbene Essen, bei gleichzeitigem Festschmaus für die Offiziere. Ihre gewählten Vertreter schickten sie in Verpflegungskommissionen, die dadurch bald zu allgemeinen Beschwerdestellen wurden.

Die Soldaten debattierten: Wofür ist dieser Krieg gut? In welchem Interesse ist er? Sie erkannten: dieser Krieg war kein Verteidigungskrieg, wie die Reichsleitung, und auch die SPD, seit 1914 behauptet hatten. Viele kamen zu dem Urteil: Baldiger Frieden, ohne Annexionen und Kontributionen, auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechts der Völker! Diese Forderung hatte der Rat von Petrograd, nach dem Sturz des Zaren, aufgestellt. Die Parteien Mehrheits-SPD und die Unabhängige SPD, USPD, im April 1917 gegründet, übernahmen diesen Ruf. Aber nur die USPD lehnte weitere Kriegskredite ab.

Die Matrosen entwickelten ihre Ansichten selbstständig und waren nicht parteipolitisch gebunden. Um ihren eigenen Ruf nach baldigem Kriegsende zu stärken, wollten sie der Unabhängigen SPD größeres Gewicht geben bei der Mitte 1917  geplanten internationalen Konferenz von Sozialdemokraten in Stockholm. Mehr als 4000 Marinesoldaten unterschrieben aus diesem Grund einen Antrag auf Mitgliedschaft bei der USPD.

Diese Abwendung von Teilen der Arbeiterbewegung und der Marinesoldaten von den bisherigen expansiven Kriegszielen wollten die Machthabenden beenden. Nach einem Protestausflug von 600 Marinesoldaten am 2. August 1917 in Wilhelmshaven, gegen die willkürliche Streichung von Freizeit und stattdessen Ansetzen  von Drillübungen und  gegen die dann folgenden Bestrafungen wurden in Wilhelmshaven  fünf Soldaten rechtswidrig zum Tode verurteilt. Wegen angeblicher „vollendeter kriegsverräterischer Aufstandserregung“, was der Ausflug nicht war. Auch nach Ansicht der damaligen Marinejuristen nicht, die das Urteil vor Inkrafttreten überprüfen mußten.

Max Reichpietsch und Albin Köbis wurden am 5. September 1917 hier in Köln-Wahn auf der Grundlage eines Unrechtsurteils erschossen. Die Marineleitung hatte nicht gewagt, sie in Wilhelmshaven erschießen zu lassen.

Admiral  Scheer, der später zwei Todesurteile bestätigte, schrieb vor dem Gerichtsverfahren einen Brief an den  Preußischen Kriegsminister. Er hätte Angst, daß die Wilhelmshavener Arbeiter gegen die  angestrebten Todesurteile und gegen die Hinrichtungen aufbegehrten, die dortigen Marinewerkstätten stilllegten und den U-Boot-Krieg gefährdeten. Deswegen habe er die  Erschießung, also schon Wochen vor dem Urteil, angeordnet im weit entfernten Porz-Wahn. Der Admiral bat um Zustimmung. Der Kriegsminister stimmte zu.

Seit Ende 1916, Anfang 1917 hatten die Belegschaften in verschiedenen Rüstungsbetrieben selbstständige Streiks durchgeführt, gegen den Willen des Gewerkschaftsvorstandes. Ihre Forderung: Brot, Frieden, Freiheit! In Magdeburg hatten im Februar 1917 die Arbeiter im Rüstungsbetrieb von Krupp eine Woche gestreikt. Als sie die Nachricht über die  Erschießung von Max Reichpietsch und Albin Köbis erfuhren, sagten sie: „Das waren unsere Leute!“

Hans Beckers, dessen Todesstrafe in eine Haftstrafe umgewandelt worden war, schrieb in seinem Buch von 1928, Wie ich zum Tode verurteilt wurde: „In unserer Hand lag es, dem Völkermorden Einhalt zu gebieten und der bedrängten Menschheit den langersehnten Frieden zu geben. So glaubten wir. – Und doch waren wir nur ein winziges Teilchen , ein schwacher Hauch jener großen Kraft, die schließlich die blutige Flamme des Krieges erstickte.“

Wir möchten die letzten Briefe von Albin Köbis und Max Reichpietsch vorlesen. In der Fassung, wie sie in dem Buch von Christoph Regulski abgedruckt sind: “Lieber für die Ideale erschossen werden, als für die sogenannte Ehre fallen.“ Marixverlag, 2014, S. 228 und S.230f.) In dem Brief von Albin Köbis sind die Terminangaben um 7 Tage vordatiert:

„Liebe Eltern!
Ich bin heute, den 11.9.1917 zum Tode verurteilt worden, nur ich und noch ein Kamerad, die andern sind zu 15 Jahren Zuchthaus begnadigt worden. Warum es mir so ergeht, werdet Ihr ja gehört haben. Ich bin ein Opfer der Friedenssehnsucht, es folgen noch mehrere. Ich kann der Sache nicht mehr Einhalt gebieten; es ist jetzt 6 Uhr morgens, um 6.30 Uhr werde ich nach Köln gebracht. Mittwoch den 12.9. 4 Uhr morgens falle ich, ein Opfer der Militärjustiz. Ich hätte Euch gern noch einmal die Hand zum Abschied gedrückt, aber ich werde stillschweigend erledigt. Tröstet Paula und meinen kleinen Fritz. Ich sterbe zwar nicht  gern so jung, aber ich sterbe mit einem Fluch auf den deutschen Militärstaat. Das sind meine letzten Zeilen. Vielleicht bekommst Du und Mutter diese einmal zugesandt.
Auf immer Euer Sohn.“

Der Brief von Max Reichpietsch, geschrieben am 30.8.1917: Max Reichpietsch war Mitglied der Neuapostolischen Kirche. Die Marineleitung schickte seinen Brief an die Familie nicht weiter, sondern übersandte ihn erst Wochen nach der Hinrichtung. Sie verhinderte damit die Stellung eines Gnadengesuchs, um das Reichpietsch seine Familie in dem Brief bat.

„Geliebte Eltern!
Ich hätte Euch schon lange geschrieben, was mit mir los ist, aber ich wollte erst mein Urteil abwarten. Nun ist dieser Tag gewesen, und er ist noch schlimmer ausgefallen, als ich gedacht habe. Es ist ein Todesurteil geworden. Ob es vollstreckt wird, oder ob es durch die Gnade des Kaisers verhindert wird, liegt in Gottes Hand. Ich habe keine Hoffnung mehr und habe mit dem Leben abgeschlossen. Das hatte wohl keiner gedacht, als wir im Juni Abschied nahmen, daß es das letztemal sein sollte. Nun bitte ich Euch, liebe Eltern, verzeiht mir diese letzten Vergehen, damit ich ruhig in die andere Welt hinübergehen kann, wo wir uns alle einmal wiedersehen. Auch danke ich Euch für all das Gute, was Ihr an mir getan habt … Teilt mir bitte die Adresse und den Namen des Vorstehers oder Apostels der Gemeinde von hier mit … Und wenn Ihr noch mehr und Näheres über mein Vergehen wissen wollt, so schreibt an den, der Euch auf meinen Auftrag hin zum erstenmal geschrieben hat. Nun entschuldigt, daß ich nicht mehr schreibe; aber mir ist das Herz so schwer, daß es mir unmöglich ist, noch weiter zu schreiben. Denn es ist traurig, als junger Mensch in der Blüte der Jahre, mit einem Herzen voll Hoffen und Sehnen, schon sterben zu müssen, sterben durch harten Richterspruch. Grüßt Willy und Gertrud, und Euch selbst umarmt und küßt zum letzten Male
Euer Sohn Max
Alles, was Ihr für mich machen könnt, ist, wenn Ihr durch einen Rechtsanwalt oder durch den Stammapostel ein Gnadengesuch an den Kaiser macht, in dessen Hand augenblicklich mein Leben ruht, und dessen Hand auch hier mildtätig wirken wird.
M.“

Die Bundeswehr muß nicht länger in einer unwahren Tradition verharren! Sie sollte anerkennen, daß die Hinrichtung von  Max Reichpietsch und Albin Köbis ein politischer Justizmord war. Vollzogen in Köln-Wahn. Es ist richtig und begründet, die Aufhebung der Todesurteile zu fordern.
Die Bundeswehr sollte nicht länger den Zugang zu der Gedenkstätte einschränken. Eine Lösung muß gefunden werden für einen freien unbeschränkten Zugang zu der Gedächtnisstätte der Matrosen Max Reichpietsch und Albin Köbis. Sie steht auf einem städtischen Grundstück, dem öffentlichen Friedhof der Stadt Köln!
Reichpietsch und Köbis mahnen uns, gerade in der jetzigen Zeit, aufzutreten  – gegen die geplante Ausweitung der deutschen Militär- und  Kriegspolitik.

Eine weitere Veranstaltung zum Thema findet am Sonntag, den 5.11.2017 um 17.00 Uhr im Schauspielhaus, Außenspielstätte Offenbachplatz, Köln-Innenstadt statt: «Feuer aus den Kesseln». Zur Aktualität des Kampfes gegen den Krieg – Auszüge   aus Ernst Tollers Stück mit anschließender Podiumsdiskussion.

70 Jahre Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Köln

geschrieben von Kreisvorstand Köln

25. September 2017

Am Montag, den 3. Februar 1947 um 10 Uhr fand im Senatssaal der Universität die Gründungsversammlung der VVN statt. Oberbürgermeister Dr. Pünder eröffnete die Versammlung. Die politisch Verfolgten, so sagte er, seien die wahren Alliierten. Er habe während der Zeit seiner Tätigkeit mancher Versammlung vorgestanden, doch keiner mit freudigerem Herzen als dieser. Nach dem Oberbürgermeister ergriff Hein Hamacher als Vorsitzender des Komitees für politisch, rassisch und religiös Verfolgte das Wort. Er sprach von dem schweren illegalen Kampf, den harten Leiden der ehemaligen politisch Verfolgten und von deren Recht auf Anerkennung und Würdigung ihres mutigen Eintretens gegen die Hitler-Tyrannei und Barbarei. Im gewählten Vorstand waren dann Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien, der christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinde.

Das ist nun 70 Jahre her und die VVN gibt es immer noch. Das wollen wir feiern.

Am 19. November werden wir in der Alten Feuerwache, Melchiorstraße 3 um 15 Uhr im Kinosaal den Film von Dietrich Schubert „Widerstand und Verfolgung in Köln 1933-1945“ zeigen.

Dietrich und Katharina Schubert haben wir eingeladen zu kommen und anschließend mit uns noch über den Film zu sprechen. Im „Offenen Treff“ der Alten Feuerwache (neben dem Büro) warten dann ab 17 Uhr ein Büfett und Getränke auf uns. Da können die Gespräche fortgesetzt werden, Erinnerungen ausgetauscht werden. Wir freuen uns auf möglichst viele Mitglieder und Freundinnen und Freunde.

Der Film von Dietrich Schubert entstand 1976. Grundlage waren 20 Tonbandinterviews, die Walter Kuchta, Wilfried Viebahn und Reinhard Bergholz mit Kölner Antifaschistinnen und Antifaschisten geführt hatten. Die Finanzierung kam durch Spenden vieler VVN-Mitglieder zustande. (Schwarzweiß, Länge 93 Minuten)

Nach der Bundestagswahl: Wie halten wir den Aufstieg Der Rechen auf?

25. September 2017

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Antifaschist(inn)en haben in den letzten Wochen und Monaten viel Kraft und Energie daran gesetzt, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, nicht rechts (und das heißt: gegen ihre Interessen) zu wählen. Und doch ist zu befürchten, dass es mit der AfD erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland einer radikal rechten, rassistischen Partei gelingen wird, in den Bundestag einzuziehen. Für einen solchen Fall gilt es, genau zu analysieren, was die Gründe dafür sind und wie eine erfolgreiche demokratische Politik, die u.a. das Ziel hat, die Rechten so zu schwächen, dass sie möglichst in keine Parlamente mehr gewählt werden, aussehen muss.

Wir haben deshalb Gerd Wiegel, Politikwissenschaftler, Referent für Rechtsextremismus und Antifaschismus der Bundestagsfraktion DIE LINKE und Autor des Buches „Ein aufhaltsamer Aufstieg – Alternativen zu AfD & Co.“ eingeladen, mit uns darüber zu diskutieren, wie wir den Aufstieg Der Rechten wirklich aufhalten können.

 

Die Veranstaltung findet am 26. Oktober 2017 um 18.00 Uhr im DGD-Haus (Hans-Böckler-Platz) statt. Wir bitten Euch, den Termin dieser sicher spannenden Veranstaltung schon einmal vorzumerken.

Herz statt Hetze: Ausstellung Der VVN-BdA war bestens besucht

geschrieben von tri

25. September 2017

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Ein quirliges und buntes Bild bot der Bauspielplatz in der Südstadt am Nachmittag und frühen Abend des 10. September. In das alte Fort mit seinen dicken Mauern und Kasematten, einst ein Symbol des preußischen Militarismus, hatte die Initiative „Kein Veedel für Rassismus“ zum antirassistischen Festival „Herz statt Hetze“ eingeladen und viele hundert Menschen kamen. Mitveranstalter waren die Wirteininitiative „Kein Kölsch für Nazis“, der ver.di Bezirk Köln, Cologne Act, und das Bündnis „Köln gegen Rechts“.

Das das Fest nur zwei Wochen vor der Bundestagswahl stattfand, war natürlich kein Zufall – es richtete sich konkret gegen menschenfeindliche und rassistische Hetze vor allem der Afd und der anderen Rechtsparteien. Dabei durfte natürlich unsere AfD-Ausstellung „Der Arm Der Bewegung“ nicht fehlen. Und fast wider Erwarten, die Ausstellung wurde bei schönstem Sonnenschein relativ abgelegen im düsteren Gebäude präsentiert, war das Interesse riesig. Hunderte Menschen aller Altersgruppen zeigten nicht nur Interesse sondern waren vom kritischen Inhalt der Präsentation angetan. Nicht so begeistert schien der Besucher/die Besucherin gewesen zu sein, der/die eine Tafel mit einem AfD-Aufkleber versah. Doch mit ein wenig Geduld, ließ der braune Dreck sich wieder rückstandsfrei entfernen – wenn das doch mal immer so leicht möglich wäre.

 

Neues vom rechten Rand

geschrieben von hma

25. September 2017

Der Kölner AfD-Stadtrat Hendrik Rottmann hat sein Mandat zum Ende des Monats August niedergelegt. Angeblich aus „gesundheitlichen Gründen“. Wer für Rottmann nachrücken wird, soll erst nach der Bundestagswahl bekannt gegeben werden. Mittlerweile haben auch die drei Kölner Landtagsabgeordneten der AfD ihre Arbeit im Landtag aufgenommen. So fragte Ende Juli Sven Tritschler in einer „Kleinen Anfrage“ die NRW-Landesregierung danach, inwieweit linke und antifaschistische Gruppen aus NRW – darunter die VVN-BdA Düsseldorf – an „den Ausschreitungen im Rahmen des G20-Gipfels beteiligt waren“.
Ihren Wahlkampfauftakt führte die Kölner AfD gemeinsam mit der AfD Rhein-Berg am 12.August im Bensberger Rathaus durch. Hier trat Alice Weidel, Spitzenkandidatin der AfD zur Bundestagswahl, auf. Auf antifaschistische Proteste musste die AfD aber auch in Bensberg nicht verzichten. Proteste gab es ebenfalls gegen eine Veranstaltung der Hayek-Gesellschaft am 7.August in Köln. Der Kölner Ableger der Anhänger des neoliberalen Ökonomen Friedrich August von Hayek wird von zwei AfDlern geleitet. Die Veranstaltung sollte ursprünglich in den Räumlichkeiten des „Residenz am Dom“ stattfinden. Die Kölner Hayek-Jünger sahen sich gezwungen, ihre Veranstaltung kurzfristig an einen anderen Ort zu verlegen. Für den 14.September lud die Kölner AfD zu ihrem Jahresempfang in den Festsaal des Gut Wistorfs GmbH in Köln-Brück ein. Der oberste Chef des „Opus Dei“, der Prälat Dr. Fernando Ocariz, hat zum Abschluß seines Aufenthaltes in Deutschland am 19.August Köln heimgesucht. An der Messe von Ocariz in der Kirche St. Pantaleon nahmen etwa 500 Gläubige teil, darunter 30 Priester der Priestergesellschaft. Anschließend besuchte Ocariz die „Opus Dei“-nahen Einrichtungen „International College Campus Müngersdorf“ und das „Internationale Studentenzentrum Schweidt“ in Köln-Ehrenfeld. Ende August begann in München der Prozeß gegen Philipp K.(32). Der aus Köln-Holweide stammende K. muß sich wegen fahrlässiger Tötung in neun Fällen und illegalen Waffenhandels verantworten. K. hatte David S. aus München, der im vergangenen Jahr aus rassistischen Motiven neun Menschen ermordet hatte, die Tatwaffe und Munition verkauft. Auch K. scheint extrem rechten Positionen nicht abgeneigt zu sein. Auf K`s Handy fanden die Ermittler ein Foto von Adolf Hitler, die Abbildung eines Hakenkreuzes und ein Video, in dem K. den Hitlergruß zeigt. Wenn dieser sich im Internet mit seinen besten Freunden unterhielt, grüßte er gerne mit „Heil Hitler“. Anhänger der nationalistischen „Identitären Bewegung“ brachten am Sonntag, den 27.August, auf dem Dach des WDR-Funkhauses ein Transparent an und zündeten Pyrotechnik. Die Polizei beendete die von drei Personen durchgeführte Aktion.

Aufruf Aktionstage Kalkar + Essen 2017

25. September 2017

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Bundeswehr und NATO:
Krieg beginnt an Rhein und Ruhr

Krieg und Terror beherrschen heute das Leben in vielen Regionen der Welt. Waffen aus Deutschland kommen in allen Kriegen zum Einsatz. Die vorherrschende deutsche Politik hat inzwischen in ihrer Gier nach Rohstoffen und Einflussgebieten jede Scham abgelegt. Um ihre Ziele zu erreichen, setzt sie vermehrt die Bundeswehr ein. Gemeinsam mit den USA und anderen NATO-Staaten ist Deutschland wesentliche Kraft in Kriegen wie in Syrien, Mali, Irak und immer noch Afghanistan. Eine Folge davon ist der weltweite Terror, auch in Deutschland. Die zunehmenden Spannungen zwischen der NATO und Russland bergen die Gefahr eines neuen großen Krieges in Europa. Beide Seiten drohen sogar mit dem Einsatz von Atomwaffen.
Die NATO-Staaten wollen weiter aufrüsten und zukünftig zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Rüstung und Militär ausgeben. Bereits heute bringen sie alleine mehr als 50 Prozent der Weltrüstungsausgaben auf. Für Deutschland bedeutet das eine knappe Verdoppelung des Rüstungsetats.
Die deutschen Rüstungskonzerne profitieren besonders, denn sie statten die weltweiten Kriege und den Terror mit den dazu nötigen Waffen aus. Es muss ein Ende haben mit der weltweiten Zerstörung von Mensch und Natur. Stoppen wir militärische Eskalation und die Kriegsführung aus unserem Land!

Krieg beginnt an Rhein und Ruhr

Wussten Sie, dass sich in Kalkar am Niederrhein eines der wichtigsten Zentren der Kriegsführung mit mehreren bedeutenden Militäreinrichtungen der Bundeswehr und der NATO befindet, darunter Leitzentralen und Kriegs-Infrastruktur für den Hightech-Krieg?
Wussten Sie, dass von dort alle Luftwaffeneinsätze der Bundeswehr im Ausland gesteuert werden: Von den Tornados in Syrien über die Eurofighter an der russischen Grenze bis zu den Militärtransportern in Mali? Auch der Einsatz der zukünftig in Jagel stationierten Kampfdrohnen der Bundeswehr würde dann von Kalkar aus geleitet.
Wussten Sie, dass die NATO mit dem Combined Air Operation Centre (CAOC) die Luftkriegsführung nördlich der Alpen von Kalkar/Uedem aus plant und durchführt? Seit Beginn des Jahres waren wieder deutsche Eurofighter im Baltikum an der Grenze zu Russland im Einsatz. Sie wurden durch das CAOC in Kalkar/Uedem dirigiert. Es untersteht direkt dem Luftwaffenkommando der NATO in Ramstein.
General Wundrak, ehemaliger Kommandant des Standortes Kalkar, bezeichnete Kalkar/Uedem als einen „… ganz großen Player in den deutschen Streitkräften und der NATO …“.

Wussten Sie, dass in der Kaserne in Kalkar außerdem eine NATO Strategieschmiede für den Krieg im 21. Jahrhundert untergebracht ist?
Im Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) entwickeln die Militärs Pläne zur Kriegsführung mit konventionellen und nuklearen Waffen. Erneut findet die Jahrestagung des JAPCC in Essen statt. Dort soll vom 10. bis 12. Oktober über die Rolle der Luftstreitkräfte bei der „Abschreckung“ beraten werden. Das Konzept der Abschreckung hat die Menschheit schon während des Kalten Krieges mehrfach an den Rand einer atomaren Katastrophe gebracht.

Aktionstage für Frieden und Abrüstung

  • Mit Aktionstagen demonstrieren wir am 3. Oktober in Kalkar und am 7. Oktober in Essen gegen die Kriegsvorbereitung und Kriegsführung der Bundeswehr und der NATO!
    Damit die Verpflichtungen zum Frieden und zur Abrüstung, wie sie im Vertrag zur Deutschen Einheit und im Zwei-plus-Vier-Vertrag enthalten sind, endlich umgesetzt werden, fordern wir:
  • Schluss mit den Kriegseinsätzen der Bundeswehr!
  • Schritte zur atomaren und konventionellen Abrüstung und Vertrauensbildung, keine neuen Waffenlager für ostwärts gerichtete Truppenaufmärsche in Dülmen und anderswo in NRW!
  • Einvernehmliches Lösen von Konflikten im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)!
  • Stopp der Rüstungsexporte!
  • Abbau der Kommandozentralen in Kalkar/Uedem und anderer NATO-Einrichtungen in NRW und deren Umwandlung für zivile Zwecke!
  • Keine NATO-Kriegsplanungen in Essen und anderswo!
  • Den Aufbau einer Friedens-Akademie in Kalkar/Uedem, die konkret zivile Konfliktlösungsstrategien und die Friedenssicherung ohne Militär weiterentwickeln und dem Frieden in Europa und in der Welt dienen soll!

Wehren wir uns mit Mut, Kraft, Phantasie und Beharrlichkeit gegen die von Politik und Militärs ausgehenden Gefahren. Um unsere Zukunft zu sichern, brauchen wir eine zivile, menschenwürdige und völkerverbindende Politik.
Unser Nein zum Krieg ist ein Ja zum Leben!

Es rufen auf: der Ostermarsch Rhein/Ruhr sowie Friedensgruppen von Rhein und Ruhr.

Busfahrt am 3. Oktober 2017 nach Kalkar und zurück              

Köln, Hans-Böckler-Platz (Bahnhof West/DGB-Haus): Treffen 8.30,

Ankunft in Kalkar Kaserne ca. 11.00 Uhr

Rückfahrt ab Kalkar Markt ca. 15.30 Uhr      mit Extratour-Bus, Köln

Kontakt in Köln: Michael Sünner: Tel.: 0174 9509932      michael.suenner@netcologne.de

Teilnehmerpreis: 12,- €,          Solipreis: 20,- €,          ermäßigter Preis: (Stud./HarzIV) 8,00 €

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