Doppel-Aktion in Kalkar und Essen gegen die Bundeswehr- und NATO- Kommandozentrale und die NATO-Kriegstagung

17. September 2016

Auch in 2016 demonstriert die Friedensbewegung wieder am 3. Oktober im niederrheinischen Kalkar gegen die dortige Bundeswehr- und NATO-Kommandozentrale.

In diesem Jahr findet eine ganz besondere Aktion statt:
Eine Doppel-Aktion mit Stationen in Kalkar und Essen. Nicht nur die Luftwaffen-Kommandozentralen, die u.a. die Kriegseinsätze der Bundesluftwaffe in Syrien und auf anderen Schauplätzen steuern, sind in Kalkar angesiedelt. Auch eine militärische Denkfabrik, das Joint Air Power Competence Center hat hier seinen Sitz. Und dieses JAPCC führt direkt nach dem 3. Oktober in Essen seine jährliche Tagung durch, um Kriegsszenarien in der heutigen Zeit durchzuplanen.

Klar, dass wir das nicht ohne Protest hinnehmen. Daher fahren wir nach der Demonstration mit Bussen und PKW nach Essen, um dort an einem großen Friedens- und Protestfest vor dem Hauptbahnhof teilzunehmen.
Kommt alle am 3. Oktober nach Kalkar und anschließend nach Essen. Infos über die Anreise hier

70. Jahrestag der VVN-BdA NRW

17. September 2016

Im ZAKK wird gefeiert und nach vorn gesehen

70. Jahrestag der VVN-BdA NRWDie Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen, wurde am 26. Oktober 1946 in Düsseldorf von den Delegierten der über 50.000 Naziopfer des Landes gegründet. In der VVN organisierten sich Frauen und Männer, die während der Naziherrschaft verfolgt wurden, den Holocaust überlebt, Widerstand geleistet haben oder vor dem Hitlerfaschismus fliehen mussten. Seit 1971 trägt sie den Zusatznamen „Bund der Antifaschist/innen“, denn von da an konnten auch Hinterbliebene und jüngere Antifaschistinnen und Antifaschisten Mitglied werden. Diese Personengruppe stellt heute den Großteil der rund 1000 Mitglieder in unserem Bundesland. Sie wirken als „Zeugen der Zeugen“.

Auf dem VVN-Gründungskongress betonte der Ministerpräsident Rudolf Amelunxen (Zentrum) vor den Vertretern aller demokratischen Parteien, der christlichen Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften, darunter der jüdischen: „Als ganz Deutschland ein Zuchthaus war, waren Sie diejenigen, die ihre Pflicht gegenüber dem Vaterland erfüllt haben und dafür viel Bitternis erdulden mussten. Für ihre Haltung und ihr Beispiel schuldet das deutsche Volk und ganz Europa Ihnen Dank.“

Heute gibt unsere Organisation Anstöße für die Verteidigung von Frieden und Demokratie, leistet sie Beiträge zur internationalen Solidarität, für das Erinnern an den Widerstand. Sie setzt Zeichen gegen die Versuche, die Geschichte zu verfälschen und sie zu vergessen. Wir begehen unseren 70. Jahrestag unter dem Motto: „Demokratie verwirklichen! Frieden schaffen! Nazis, Militaristen und Rassisten stoppen“.

Wir möchten hiermit einladen, an der Geburtstagsfeier und Kulturveranstaltung zum 70. Geburtstag der VVN NRW teilzunehmen.

Der 70. Jahrestag der VVN-BdA von NRW soll am 29. Oktober im Düsseldorfer ZAKK gefeiert werden.
Bitte unbedingt den Termin vormerken und auf www.nrw.vvn-bda.de auf dem Laufenden bleiben.

Programm und Flyer:
70 Jahre VVN NRW

Nennt es endlich Terror!

29. August 2016

Kundgebung gegen rassistische Hetze und rechte Gewalt am 4. Sept. 2016 – Kein Aufmarsch von Pro NRW –

Deutschlandweit wurden im letzten halben Jahr 6500 rechte Straftaten registriert.

Ein Drittel davon in NRW. Über 400 Menschen wurden Opfer rechter Gewalt und zum Teil erheblich verletzt. Und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Die hier als MigrantInnen oder schutzsuchende Flüchtlinge Lebenden sind täglich potentielle Opfer neonazistischer TäterInnen. Allein bis Anfang August 2016 wurden 665 Straftaten gegen Asylunterkünfte verzeichnet, das ist eine Verdreifachung gegenüber den Zahlen aus 2015. Auch in Köln kam es Anfang dieses Jahres zu einem Angriff von Nazis aus dem PEGIDA-Umfeld auf eine Flüchtlingsunterkunft in Köln-Mülheim.

Rechte Gewalt richtet sich auch gegen Menschen, die aufgrund ihres Aussehens, ihrer politischen Arbeit oder ihrer Sexualität nicht in das Weltbild der Täter passen. Dies zeigte zuletzt das brutale Messerattentat vermummter Neonazis in Dortmund auf einen Antifaschisten, aber auch organisierte Überfalle auf „alternative“ Stadtviertel wie vor ein paar Monaten in Leipzig-Connewitz. In Köln kam es zu einem Messerangriff auf Henriette Reker. Auch die Journalistenverbände verzeichnen bundesweit immer mehr Angriffe auf die Berichterstattenden am Rande von Neonazi-Demonstrationen.

Zwar ist der rasante Anstieg rechter Gewalt Thema der Berichterstattung, jedoch wird daraus nicht die politische Konsequenz gezogen, diese Gewalt als Terror zu benennen und ihr in angemessener Form entgegen zu wirken.

Selbst nach Aufdeckung der NSU-Zelle scheinen Politik und Behörden noch immer blind für die Realität rechten Terrors. Wie lässt es sich sonst erklären, dass Brandanschläge auf Asylunterkünfte nach wie vor nicht als politisch motivierte Straftaten durch ermittelnde BeamtInnen eingestuft werden?

Weder die Ergebnisse aus den NSU-Ermittlungen, noch die aufgedeckten Verfassungsschutz-Verstrickungen, auch nicht die Enttarnung weiterer rechter Terrorzellen (Old School Society mit Neonazis der Kameradschaft Aachener Land) und die Kenntnis untergetauchter rechter GewalttäterInnen ändern den Umgang mit dem Phänomen systematischer und gezielter rechter Gewalt. Das ist nicht nur unverständlich, sondern inakzeptabel.

Während islamistische Anschläge Reaktionen hervorrufen – von Forderungen nach mehr Polizei bis hin zu abstrusesten Diskussionen, wie aktuell über das Burkaverbot oder die doppelte Staatsbürgerschaft – folgt auf Naziterror: Nichts. Schlimmer noch: Wenn etwas folgt, dann es ist die Anbiederung einiger Parteien an die rassistischen Forderungen von AfD und Co.

Wir meinen, dass das so nicht weitergehen kann. Diese Welle der rechten Gewalt muss endlich als das benannt werden, was sie ist. Es ist Terror. Angriffe mit Molotowcocktails oder Schusswaffen auf bewohnte Flüchtlingsheime, oder der Angriff mit Messern auf Antifaschisten/innen zur gezielten Einschüchterung sind nichts anderes als Terror.

Nicht auf jede rechte Hetze folgt ein Anschlag – aber jedem rassistischen Anschlag geht rechte Hetze voraus.

Am 4. September haben sich mal wieder die RassistInnen um Ester Seitz und von ProNRW zu einem Aufmarsch durch "das fremdvölkische Köln" – wie sie es nennen – angekündigt. Sie wollen gegen den Beschluss der Polizei demonstrieren, der ihnen wegen ihres volltrunkenen und gewalttätigen Auftritts am 30.07. eine Demonstration durch die Stadt verwehrte.

1.000 GegendemonstrantInnen hatten ihnen damals im Weg gestanden und wir werden uns ihnen auch diesmal entgegenstellen. Denn wie auch NPD, Die Rechte und nicht zuletzt die AfD sind sie mit ihrer billigen Hetze verantwortlich für den Gewaltexzess von Rechts.

Wir verstehen den Messerangriff von Neonazis auf unseren Dortmunder Mitstreiter als Versuch der Einschüchterung und eine Drohung gegen uns alle. Wo Nazis freie Bahn haben, werden alle Andersdenkenden zu Terrorzielen.

Wir wollen am 04.09.eine Kundgebung/Demonstration gegen diesen rechten Terror abhalten und uns den Nazis und Hooligans von Pro NRW entgegenstellen.

Sonntag 04.09.2016 – 13.00 Uhr Bahnhofsvorplatz Köln

Antifaschistisches Aktionsbündnis – „Köln gegen Rechts“

Weder Putsch noch Ein-Mann Diktatur!

28. Juli 2016

Unsere Unterstützung gilt den Forderungen der Bevölkerung nach Demokratie, Frieden und Freiheit!

30 Juli 2016, Samstag, Um 17.00 Uhr/ Rudolfplatz

Die Türkei braucht Demokratie, Frieden und Freiheit! Dies kann weder von einer Ein-Mann-Diktatur noch von einem Militärputsch gesichert werden. Dies wäre eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera! Daher verurteilen wir den Putschversuch auf das Schärfste. Die jüngere Geschichte der Türkei hat uns gezeigt, dass ein Militärputsch nicht zur Demokratie und Freiheit führt. Es spielt keine Rolle, ob eine faschistische Diktatur in der Hand eines Einzelnen ist oder der militärischen Putschisten. Die Vorfälle in der Nacht vom 15. Juli bedingen, dass vor allem die europäischen demokratischen Kräfte die Forderung der türkischen Bevölkerung nach Frieden, Freiheit und Demokratie unterstützen müssen. Der Militärputschversuch in der Türkei hebt nicht die antidemokratische und gewaltsame Vorgehensweise von Erdogan gegen die eigene Bevölkerung auf.

Der gescheiterte Putschversuch wird, in erster Linie, nur der Regierung und ihren Unterstützern dienen. Das faschistische Regime wird nun diesen Putschversuch nutzen, um jegliche kritische Stimmen und oppositionelle Kräfte stillzulegen. So bezeichnete selbst Erdogan den Putschversuch als „Geschenk Gottes“. „Er beschleunigt die Reinigung unseres Militärs“, sagte der türkische Präsident in einer Pressekonferenz.

Wir, als DIDF, verfolgen die Ereignisse in der Türkei mit großer Skepsis und Vorsicht, denn nun wird das alles auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung ausgetragen. Die Ereignisse in der Türkei verdeutlichen die Zuspitzung der Machtkämpfe innerhalb der reaktionären Kräfte des Landes.

Wir verurteilen weiterhin die Einschränkungen der freien Medien, sowie die Meinungs- und Pressefreiheit, denn diese werden im besonderen Maße weiterhin eingeschränkt.

Aufruf deutsch.pdf

Aufruf türkisch.pdf

„COMPACT“-Konferenz in Köln

3. Juli 2016

Das Querfront-Magazin „COMPACT“ will am 29.Oktober seine 5. „Konferenz für Souveränität“ in Köln durchführen. Diese soll unter dem Motto „Für ein Europa der Vaterländer – Patrioten aller Nationen, vereinigt Euch!“ stattfinden.
Als Referenten angekündigt werden: Jürgen Elsässer, Björn Höcke von der AfD, Oskar Freysinger von der SVP, ein Vertreter der FPÖ, der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer, der britische Publizist John Laughland und Natalia Narotschnitskaya aus Rußland.
Als Referent angefragt ist auch der frühere tschechische Ministerpräsident Vaclav Klaus, unlängst noch Redner auf dem Sommerfest der „Jungen Freiheit“ in Berlin. Ebenfalls in Köln soll am 26. und 27.November der dritte „Quer-Denken-Kongreß“ stattfinden.

Die Konferenz um ihren Initiator Michael Friedrich Vogt, der seinen politischen Werdegang bei der Münchener „Burschenschaft Danubia“ begann, richtet sich gegen eine angebliche „Zerstörung der Nationen und Kulturen Europas und die Abschaffung Deutschlands“ und will „konkrete Lösungs- und Zukunftsmodelle für die Zeit nach dem Zusammenbruch“ präsentieren.
Als Referenten werden u.a. Jürgen Elsässer und die Publizisten Dr. Daniele Ganser und Gerhard Wisnewski angekündigt.

Offener Brief an die Organisator(inn)en der Birlikte-Dialogwoche Zusammenreden

geschrieben von tri

24. Mai 2016

Mit Erstaunen und Entsetzen hat die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Köln e.V. feststellen müssen, dass im Programm der “Birlikte-Dialogwoche Zusammenreden” Konrad Adam, einem der Mitbegründer und führenden Mitglieder der AfD, im Rahmen einer Diskussion Raum gegeben wird, die rassistischen Positionen seiner Partei darzustellen. Wir fordern Sie auf, die Einladung an Herrn Adam rückgängig zu machen und richten in der Sache folgenden Offenen Brief:

Offener Brief an die Organisatoren der Birlikte Dialogwoche Zusammenreden

Birlikte – Zusammenstehen gegen Rassismus und Rassisten!

Das Motto des diesjährigen Birlikte-Festivals in Köln-Mülheim „Zusammenstehen, Zusammenleben“ wurde von den OrganisatorInnen um den Zusatz „Zusammenreden“ ergänzt. Wir halten diese Erweiterung des Mottos, die auch eine inhaltliche Verbreiterung des Festivals bedeutet, für richtig, ist doch der Dialog über Gemeinsames aber auch Trennendes die Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben und gegenseitige Akzeptanz.

Aber die Bereitschaft, miteinander zu reden, die gerade auch heißt, dem Anderen zuzuhören und ihn zu respektieren, hat Grenzen. Bei einem antirassistischen Festival wie Birlikte sind das in erster Linie Grenzen nach Rechts. Birlikte darf deshalb organisierten Rassisten kein Forum für ihre menschenfeindliche Hetze liefern.

Wir verurteilen deshalb die Einladung an Konrad Adam, einen der Mitbegründer und führenden Repräsentanten der AfD, auf der Bühne des Kölner Schauspiels im Depot 1 seine Thesen zu verbreiten. Das wird auch dann nicht erträglicher, wenn Herr Adam mit Naika Foroutan, Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität Berlin, diskutiert.

Das Birlikte-Festival entstand, um an den barbarischen Nagelbombenanschlag auf der Keupstraße im Jahr 2004 und die sich an ihn anschließenden haltlosen Verdächtigungen der Opfer, selbst Täter zu sein, zu erinnern. Es ist ein Fest gegen Rassismus und Ausgrenzung und gegen Rassisten und Ausgrenzer. Genau deren Partei aber ist die AfD, die auch von Konrad Adam repräsentiert wird.

Wir arbeiten seit Jahren in antirassistischen Initiativen, treten aktiv gegen Rechts und für ein friedliches Zusammenleben der Menschen mit ihren unterschiedlichen Religionen und Kulturen ein. Wir fordern Sie als die Verantwortlichen für die Birlikte-Dialogwoche und die Diskussion mit Konrad Adam, dringend auf, diese Einladung umgehend rückgängig zu machen.

Toleranz gilt nicht für rassistische Schreibtischtäter! Mit den Mitläufer(inne)n und Wähler(inne)n rechter und rassistischer Parteien kann und muss man reden – mit Propagandisten der Menschenfeindlichkeit und der Ausgrenzung kann es keinen Dialog geben.

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Köln e.V.

Peter Trinogga (im Namen des Vorstands)
VVN-BdA Köln e.V.

Lesung – Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus, nie wieder brennende Bücher

geschrieben von AK Zivilklausel

22. Mai 2016

Lieber Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

der Arbeitskreis Zivilklausel lädt alle herzliche ein zur vierten Lesung “Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus, nie wieder brennende Bücher”.

Sie findet am Dienstag, dem 24. Mai 2016 von 11 bis 17 Uhr auf dem Albertus-Magnus-Platz statt.

Gelesen wir aus den Werken der Autoren, deren Bücher 1933 verbrannt wurden. Alle können sich beteiligen am gemeinsamen zuhören, lesen, lernen, lachen und eingreifen gegen rechts und für eine kritische und solidarische Kultur des Friedens.

Es wird u.a Beiträge von Kutlu Yurtseven von Microphone Mafia (zwischen 11:30 und 12:00) Pfarrer Hans Mörtter und Rolly Brings (zwischen 15 Uhr 30 und 16 Uhr) geben.

AK Zivilklausel

Aufruf.pdf

8. Mai 2016: Auf den Spuren der Naziopfer – Antifaschistische Stadtrundfahrt durch das rechtsrheinische Köln

17. April 2016

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8. Mai 2016 Antifaschistische Stadtrundfahrt durch das rechtsrheinische Köln

Am 6. März wurde das linksrheinische Köln durch US-Truppen von der Naziherrschaft befreit. Erst Wochen später, im April, war der Krieg auch für die Menschen im rechtsrheinischen Stadtgebiet zu Ende und am 8. Mai vor nunmehr 71 Jahren war der Faschismus an der Macht in Deutschland Geschichte. Doch bevor es so weit war, dass die Barbarei ein Ende hatte, versuchten die braunen Machthaber und ihre Handlanger noch, möglichst viele ihrer Gegner zu beseitigen – die Zahl der sogenannten Kriegsendphasenverbrechen ist groß.

Am 8. Mai 2016 wollen wir, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und der Verein EL-DE-Haus e.V., durch eine Stadtführung auf den Spuren der Naziopfer im rechtsrheinischen Köln des Jahrestages der Befreiung vom Faschismus und des Endes des 2. Weltkrieges gedenken. Wir werden neben dem Gremberger Wäldchen, dem Ort eines Verbrechens an zahlreichen Zwangsarbeiter(inne)n aus der Sowjetunion, den ehemaligen Schießplatz in Dünnwald besuchen, auf dem zahlreiche Deserteure der Wehrmacht ermordet wurden sowie den alten jüdischen Friedhof in Mülheim (Männer benötigen eine Kopfbedeckung), bevor unsere Fahrt nach ca. 3 Stunden am Mahnmal für die Deserteure am EL-DEHaus endet.
Der Weg führt zum Teil zu Fuß durch den Wald, daher ist festes Schuhwerk empfehlenswert.

Wir laden dazu nicht nur die Mitglieder der beiden Organisationen ein, sondern alle interessierten Menschen.
Die Stadtrundfahrt beginnt am 8. Mai 2016 um 13.00 Uhr am EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23-25 und endet gegen 16.00 Uhr am gleichen Ort.
Die Teilnahmegebühr beträgt 10,00 Euro, ermäßigt 7,00 Euro.

Wir bitten, sich verbindlich über unser Kontaktformular anzumelden.

Flyer Stadtrundfahrt

»Das werde ich nie vergessen…« Tamar und Harry Dreifuss über Erinnerung und Zeitzeugenschaft

geschrieben von www.jawne.de

22. März 2016

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10. April um 16.00
im Lern- und Gedenkort Jawne

Tamar und Harry Dreifuss sind Zeitzeugen und Überlebende des Holocaust. Zwischen 1935 und 1948 kamen beide auf unterschiedlichen Wegen nach Israel und zogen später gemeinsam nach Deutschland. In einem moderierten Gespräch werden Tamar und Harry Dreifuss über ihre Leben zwischen Europa und Israel sprechen. Harry Dreifuss wird zudem einen Kurzfilm zeigen, den er 1962 über seine Remigration nach Deutschland gemacht hat. Teil der Veranstaltung ist eine Ausstellung mit Fotos aus dem Privatarchiv von Tamar und Harry Dreifuss und Zeichnungen verschiedener Künstlerinnen und Künstler.

Video-Interview mit Karla Yaron

geschrieben von www.jawne.de

22. März 2016

Donnerstag 24. MÄRZ 2016 19 UHR

Karla Yaron (geb. Rath) kam am 08. Juli 1925 als Kind einer jüdisch-liberalen Familie in Düsseldorf zur Welt.
Nach der Pogromnacht 1938 verließ Karla ihre Schule in Düsseldorf und wechselte an das jüdische Gymnasium Jawne in Köln. Durch die Initiative ihres Schuldirektors Erich Klibansky konnte sie im Sommer des Jahres 1939 mit einem der sogenannten Kindertransporte Deutschland verlassen und so der Deportation und Ermordung durch die Nazis entkommen.
Die Kriegsjahre und die nachfolgende Zeit verbrachte Karla in England. Dort fand sie Kontakt zur religiös-zionistischen Jugendbewegung Bachad und nahm an einem Vorbereitungsprogramm (Hachschara) für ein landwirtschaftliches und kollektives Leben in Palästina bzw. Israel teil. In diesem Zusammenhang lernte sie auch ihren späteren Mann Zvi kennen, mit dem sie 1950 nach Israel ging. Dort lebte und arbeitete sie einige Jahre im Kibbuz Lavi, später in Jerusalem und wurde Mutter von zwei Kindern. Karlas Mutter, Paula Bernhard-Rath, wurde im November 1941 von Düsseldorf nach Minsk deportiert und dort ermordet.
Die Umstände ihrer Rettung, der Kindertransport und die Zeit in England haben Karlas Leben entscheidend geprägt. Die Erinnerung an ihre Rettung durch Erich Klibansky war ihr immer ein wichtiges Anliegen, und auch mit ihren Freundinnen aus der Zeit der Kindertransporte pflegt sie bis heute einen wöchentlichen und intensiven Kontakt.
Im Interview berichtet sie jedoch nicht nur über ihre Familie, Kindheit, Schulzeit und die Rettung nach England, sondern auch über ihren Alltag in einem Jerusalemer Altersheim, in dem sie sehr gerne zuhause ist, über ihr soziales Engagement bzw. ihren Wunsch “etwas an das Leben zurück zu geben”, ihr selbstverständliches Verhältnis zur jüdischen Religion und die Wichtigkeit der Weitergabe von Erinnerung und Geschichte an Kinder, Enkel und zukünftige Generationen.
Karla erzählt sehr persönlich und detailreich und wir danken ihr für ihr Vertrauen und das wertvolle Interview sehr!

Die Projektion dauert etwa 75 Minuten und wird kommentiert von Wolfgang Richter.

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