Brüder im Geiste – gemeinsam gegen rassistische Hooligans und djihadistische Gotteskrieger

29. Oktober 2014

Auf der Kundgebung gegen den rassistischen Aufmarsch der „Hooligans gegen Salafismus, der am 26.10. in schweren Krawallen endete, sprach auch ein Vertreter der Kölner VVN-BdA. Wir dokumentieren nachstehend seinen Beitrag:

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

liebe Freunde,

sind die Nachrichten aus Kobane, der Stadt, deren Bewohnerinnen und Bewohner seit Wochen verzweifelt um Ihre Freiheit ringen, nicht dazu angetan, heute, morgen und in Zukunft nicht nachlassend gegen die djihadistische Mörderbande, die sich „Islamischer Staat“ nennt, aktiv zu werden? Sind die Schlächter von kurdischen, jezidischen, schiitischen und christlichen Menschen, von Tausenden, die sich ihren mittelalterlichen Vorstellungen nicht unterwerfen wollen, nicht diejenigen, gegen die wir, alle religiösen, weltanschaulichen und politischen Unterschiede beiseite schiebend, zusammenstehen müssen? Warum stehen wir dann hier vor dem Bahnhof und protestieren gegen Leute, die für sich in Anspruch nehmen, gegen den Salafismus zu sein? Ist das nicht ein Widerspruch?

Nein, denn die HOGESA, die „Hooligans gegen Salafismus“, die Neonazis und Rassisten, die wenige hundert Meter von hier entfernt ihre menschenfeindlichen Parolen herausbrüllen, sind genau aus dem gleichen Holz geschnitzt, wie die selbsternannten Gotteskrieger. Es eint sie der gleiche wahnhafte Hass auf alle diejenigen, die nicht so sind und auch nicht so sein wollen, wie sie selbst.

Liebe Freundinnen und Freunde,

auf dem Breslauer Platz und im Kunibertsviertel geht es nicht um Salafismus, um Scharia oder um Solidarität mit den Menschen in den kurdischen Gebieten. Die meisten, die jetzt dort stehen, werden von Menschenfeindlichkeit, von Rassismus, von Neofaschismus angetrieben. Um das zu beweisen, lasst mich einige Eintragungen von der Facebookseite, auf der die Hooligan-Demonstration beworben wird, zitieren:

  • Über die schwarz-rot-goldene Deutschlandfahne, die die Rassisten so gerne schwenken, heißt es: „Wer sich für diese Drecksfarben hergibt, braucht sich über die heutige Situation gar nicht zu bescheren“. Der Autor dieser Zeilen liefe nämlich lieber unter der schwarz-weiß-roten Reichsflagge.

  • Wir Antifaschisten werden als „links-rot-grün versiffte Gegendemonstranten“ beschimpft.

  • Ein Dritter meint: „Ich kann nicht mehr zusehen, wie mein Land ausgesaugt wird und letztlich daran kaputt geht“.

  • Und es wird nicht einmal davor zurückgeschreckt, nur leicht verhüllt zu rassistischen Pogromen aufzurufen: „Auf geht’s nach Hoyerswerda, da hatten wir das Spielchen schon mal, vor ca. 23 Jahren.

Das waren nur vier Beispiele aus einer Vielzahl Brechreiz erregender Kommentare. Auf den Facebookseiten der HOGESA und ähnlicher Gruppierungen toben sich der „gesundes deutsches Volksempfinden“ genannte Rassismus genauso aus, wie Neonazismus, menschenverachtende Dummheit und Brutalität. Diejenigen, die so schreiben, die sind nicht gegen Salafisten – die sind gegen die Menschenrechte! Und deshalb gilt es, sie genauso zu bekämpfen, wie ihre Brüder im Geiste, die Propagandisten der djihadistischen Mörderbanden in Syrien und im Irak.

Die einen sprechen von Gott (und das ist nicht der Gott der allermeisten Muslime) und meinen eine feudalistische, religiös verbrämte Diktatur. Die anderen reden von Salafismus und wollen ein in ihren Augen ethnisch reines Deutschland, in dem für andere Menschen, Fremde, Andersgläubige und Andersdenkende kein Platz sein soll. Sie geben sich unterschiedlich, ja feindlich, und meinen doch Gleiches – und darum bekämpfen wir beide.

Wir wollen eine demokratische Welt, in der weder Platz für Rassisten noch für selbstberufene Gotteskrieger ist.

15. Museeumsnacht Köln – im NS-Dokumentationszentrum EL-DE-Haus

29. Oktober 2014

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08. November 2014

NS-Dokumentationszentrum EL-DE-Haus

Appellhofplatz 23 – 25 50667 Köln

 

Programm

19.30
KURZUNDKLEIN: Heute Nacht ist viel passiert

findet Worte für das Grauen, aber auch den Alltag des Krieges aus der Sicht eines kleinen Mädchens. Die Autorin Margaret Klare erhielt für ihre Erzählung den Peter-Härtling-Preis. Kinder- und Jugendlesung ab 12 Jahren mit Barbara Kirschbaum und Theaterpädagogin Bettina Frank. (Geschichtslabor, 2. OG)

20.00 und 23.00
Joe Bausch

ist als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth im Kölner »Tatort« bekannt – im echten Leben arbeitet er seit 25 Jahren als Gefängnisarzt in Werl. Bausch liest aus seinem aktuellen Buch »Knast« sowie aus dem Theaterstück »Oui« von Gabriel Arout. In seinem Buch erzählt er zum ersten Mal persönlich und eindringlich von einer Welt mit ihren eigenen Regeln. Das Theaterstück von Arout, in dem Bausch im Laufe seiner Theaterkarriere eine der beiden Hauptrollen spielte, handelt von der Begegnung eines zum Tode verurteilten SS-Mannes und eines jüdischen Schneiders in der Todeszelle.(Sonderausstellungsraum, EG)

20.30 / 21.30 / 22.30 Geschichte des Hauses / Gedenkstätte

21.00
Rukeli

Ein Theaterstück u.a. nach dem Text »Zigeuner-Boxer« von Rike Reiniger. Das Stück erzählt die bewegende Geschichte des Boxstars Johann Trollmann, der 1933 Deutscher Meister im Halbschwergewicht wird, als Sinto den Titel jedoch aberkannt bekommt und im KZ ermordet wird. Das TKO-Theater inszeniert zweisprachig, auf Romanes und Deutsch. Mit Nedjo Osman und Arno Kempf unter der Regie von Nada Kokotović. (Veranstaltungsraum, 2. OG)

22.00 und 0.30 Romano Trajo

bedeutet Romaleben. Die Musik des Ensembles bringt den Charakter der Roma mit unbändiger Lebensfreude und zugleich abgrundtiefem Schmerz auf den Punkt. Romano Trajo bedient sich am Liedgut der Sinti und Roma, wie Tanzliedern und lyrischen Songs, steht aber gleichzeitig für innovative Interpretationen und verpasst so der traditionellen Musik aus Osteuropa und vom Balkan einen Neuanstrich. Dabei experimentieren die Musiker gerne und bieten auch eigene Kompositionen dar. (Sonderausstellungsraum, EG)

Der 9. November – ein deutscher Jahrestag Erinnerung an den Kampf um Freiheit

29. Oktober 2014

4. November 2014, 19 Uhr Karten: 10 Euro, erm 5 Euro NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln EL-DE-Haus Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln

www.nsdok.de

Eine Politische Revue mit Peter Reichel und Erich Schaffner

Erich Schaffner und Peter Reichel erzählen die so komplexe wie widerspruchsvolle Geschichte des „9. November“. Dieser deutsche Jahrestag ist in seinen historischen Bezügen wie kein anderer Sinnbild des langen, blutigen Kampfes um Recht und Freiheit in unserem Land. Er beginnt mit der Erschießung des legendären Märtyrers der Demokratie, Robert Blum, am 9. November 1848 in Wien. Und zieht sich über Revolution und Gegenrevolution im frühen 20. Jahrhundert, Judenmord und Widerstand gegen Hitler bis zum Tag des Mauerfalls. Der dialogische Vortrag wird durch politische Lieder von Erich Schaffner stimmungsvoll ergänzt. Der Text stützt sich auf Peter Reichels letztes Buch „Glanz und Elend deutscher Selbstdarstellung“ (2012). Erich Schaffner ist freier Schauspieler, Sänger und Rezitator (Mörfelden). Peter Reichel ist freier Autor und Politikwissenschaftler (Berlin und Hamburg).

1848 als Robert Blum in Wien erschossen wurde: Märtyrer der parlamentarischen Demonkratie

1918 und 1923 als Weimar von links und rechts bekämpft wurde. Der 9. November als Feiertag der Feinde der Freiheit

1938 und 1939 als die deutsche Katastrophe begann, und die Attentate von Herschel Grynszpan und Johann Georg Elser sie nicht aufhalten konnten

Willy Brandts Kniefall in Warschau – ein Verfolgter bekennt die deutsche Schuld

1989 als die Mauer fiel und der 9. November kein deutscher Freiheitstag wurde

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Am 26. Oktober gemeinsam gegen Nazipropaganda

20. Oktober 2014

Am Sonntag, dem 26.10. wollen rechte Hooligans in Köln demonstrieren. Unter dem Vorwand, gegen die Mörderbande „Islamischer Staat“, die eine Blutspur durch Syrien und den Irak zieht, protestieren zu wollen, planen sie, ihre braunen Parolen im Schatten des Doms zu verbreiten. Der weit verbreitete und berechtigte Abscheu gegen die Schlächter tausender Menschen dient ihnen als Vorwand, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Nationalismus zu propagieren. Zu der geplanten Zusammenrottung ruft eine Gruppierung auf, die sich HOGESA nennt – „Hooligans gegen Salafisten“ – und vor allem die sozialen Netzwerke nutzt, um ihre Anhänger zu mobilisieren. Unter dem Slogan „Unsere Fahne, unser Land – maximaler Widerstand“ treffen sich gewaltbereite Hooligans aus dem Umfeld verschiedener Fußballclubs, Rocker sowie einschlägig bekannte Neonazis und Rechtspopulisten. Auch wenn sie abstreiten, Rechte zu sein, sprechen die nationalistischen und gewaltverherrlichenden Kommentare auf der Facebookseite der HOGESA für sich. Versammlungsleiter der geplanten Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz ist nach seinen eignen Angaben ein Mönchengladbacher pro NRW Funktionär. Frühere Aktionen der HOGESA waren deutlich neonazistisch dominiert.

 

Der Protest der Rechten gegen die Salafisten soll an die allgemeine und berechtigte Ablehnung des Terrors der IS durch die allermeisten Menschen anknüpfen und dazu dienen, Rassismus und faschistische Propaganda zu verbreiten.Auf diese Weise sollen neue Anhänger vor allem unter jungen, erlebnisorientierten Menschen gewonnen werden.

 

Viele tausend Kölnerinnen und Kölner haben in den letzten Jahren mehrmals deutlich gemacht, dass die Rechten in Köln nicht willkommen sind – zuletzt verhinderten im Mai Massen von Menschen eine geplante Kundgebung von pro Köln vor zwei Flüchtlingsheimen in Riehl. Am 26. Oktober wollen wir erneut deutlich machen, dass wir rechte menschenfeindliche Hetze ablehnen – egal von wem und unter welchem Deckmäntelchen sie vorgebracht wird. Lasst uns auch am kommenden Sonntag ab 14.00 Uhr auf der Domplatte unsere Stimme erheben, um zu zeigen, dass wir sowohl gegen Nationalismus, Rassismus und seine Propagandisten als auch gegen salafistischen Terror und dessen Anhänger sind. Köln ist bunt – nicht braun!

Der Kanal

11. September 2014

  • Dienstag, 23. September 2014
  • 19.00 Uhr,
  • Alte Feuerwache Melchiorstr. 3,
  • Kinosaal

Der Kanal

Der Kanal

1957, 95 Min., Regie Andrzej Wajda   Der Film spielt im September 1944 in Warschau. Er beschreibt die letzten Tage des Warschauer Aufstandes. Die Hauptpersonen sind die letzten Menschen einer Kompanie der polnischen Heimatarmee. Nur wenige sind richtige Soldaten. In der Kompanie kämpfen zwei Mädchen ebenso wie ein kleiner Junge. Die Situation wird immer aussichtsloser, als die Deut-schen erneut angreifen. Kompanieführer Zadra erhält den Befehl, sich mit seinen Leuten ins Stadtzentrum zurückzuziehen. Der einzige Weg dorthin führt durch das Warschauer Kanalsystem. So zieht die Gruppe unterschiedlichster Menschen ein in das dunkle, stinkende Abwassersystem. Hier entwickelt der Film individuelle Geschichten um die Hauptpersonen. Der Film bleibt ohne Happy End, genauso wie es für den Warschauer Aufstand kein glückliches Ende geben konnte. Der Kanal wurde im Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes 1957 gezeigt. Der damals 31-jährige Andrzej Wajda erhielt den Spezialpreis der Jury. Es war der erste internationale Erfolg des polnischen Kinos.

Vor dem Film wird Dr. Friedrich Leidinger von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) eine kurze Einführung zu den historischen Hintergründen des Films geben. Dr. Leidinger reiste 1975 während seines Studiums zum ersten Mal in die damalige Volksrepublik Polen. Nach seiner Rückkehr trat er in die DPG – gegründet 1950 – ein. Unter der Leitung von Persönlichkeiten wie Prof. Walter Fabian und Prof. Helmut Ridder engagierte er sich für die völkerrechtlich verbindliche Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze an Oder und Neiße, die Entschädi-gung polnischer NS-Opfer, insbesondere der am schwersten getroffenen Überlebenden der Konzentrationslager und der Zwangsarbeit, und für die Normalisie-rung der Beziehungen. Seit 1976 ist Dr. Leidinger Mitglied im Vorstand und seit über 25 Jahren 2. Vorsitzender der DPG. Im Anschluss an den Film besteht Möglichkeit zur Diskussion.

Flyer – Der Kanal

Die Keupstraße im NSU-Prozess – Podiumsdiskussion

7. September 2014

  • Datum: Montag, 15.09.2014
  • Uhrzeit: 20h
  • Ort: Depot 2, Schauspiel Köln, Schanzenstr.6-20, Köln-Mülheim

Podiumsdiskussion mit Betroffenen der Nagelbombe, Nebenklageanwälten und der Initiative „Keupstraße ist überall“

Die Initiative „Keupstraße ist überall“ ist in den letzten Monaten mit mehreren Nebenkläger_innen der Keupstraße zum NSU-Prozess nach München gefahren, um sich vor der Verhandlung des Nagelbombenanschlags ein Bild zu machen. Auf der Veranstaltung werden sie schildern, welche Eindrücke gewonnen werden konnten. Aus juristischer Perspektive wird Nebenklage-Anwalt Stephan Kuhn ein Zwischenfazit ziehen und helfen, die Erwartungen an die Gerichtsverhandlung einzuordnen. Die Taten des NSU wären ohne ein Zusammenspiel von institutionellen und gesellschaftlichen Rassismus nicht möglich gewesen. Mehrere Aktivist_innen werden auf dem Podium daher einen Beitrag zur Analyse von Rassismus entwickeln.

Die Initiative „Keupstraße ist überall“ wird mit den Nebenkläger_innen der Keupstraße gemeinsam nach München fahren und mobilisiert derzeit bundesweit für einen Aktionstag und eine Demonstration im Anschluss an den ersten Verhandlungstag über den Nagelbombenanschlag auf der Keupstraße. In Ermangelung eines festen Gerichtstermins wird im Moment auf einen „Tag X“ mobilisiert. Die Veranstaltung informiert über den derzeitigen Planungsstand.

Die Kölner Hip-Hop Band Microphone Mafia sorgt für die musikalische Begleitung am Abend.

„No Pasaran“ – Filmvorführung im Odeon

2. September 2014

Sonntag, 7.9.2014, 12.30 Uhr.

Odeon-Filmkino, Köln, Severinstraße no passeran NO PASARAN – Eine Geschichte von Menschen, die gegen den Faschismus gekämpft haben „Wofür habt ihr gekämpft ?“ Diese Frage lässt den 96-jährigen Österreicher Gerhard Hoffmann sehr nach-denklich werden: „Also, das lässt sich in wenigen Worten nicht sagen.“ NO PASARAN macht sich auf die Suche nach Antworten –  auf einer Reise quer durch Europa, zu den letzten Zeit-zeugInnen, die im Spanischen Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg gegen den Faschismus gekämpft haben.Im Zentrum dieses multinationalen Dokumentarfilms stehen die Lebenswege und persönlichen Schicksale von Gerhard Hoffmann (Österreich), Rosario Sanchez Mora (Spanien), Herman Scheerboom (Niederlande), Kurt Julius Goldstein (Deutschland), der Brüder Joseph und Vincent Almudever (Frankreich) und von Giovanni Pesce und seiner Frau Onorina Brambilla Pesce (Italien). Als sie sich als Freiwillige gemeldet hatten, waren sie fast alle noch Jugendliche.  Doch keiner von ihnen hatte damit gerechnet erst nach einer oft 10-jährigen Odyssee über die Schlachtfelder Europas und durch Konzentrations- oder Vernichtungslager nach Hause zurückzukehren. Die ZeitzeugInnen erzählen ohne Pathos, aber eindrucks-voll und bewegend, von ihren Erlebnissen und Erfahrun-gen. Sie berichten aus der Perspektive von Menschen,    die in den Strudel epochaler Ereignisse, für deren Anlässe und Bedingungen sie nicht verantwortlich waren, hinein-gezogen wurden. Quelle: www.odeon-koeln.de

Protest gegen „Helden“gedenken

23. August 2014

Kundgebung: Mittwoch, 27.8.2014, Köln, Eigelsteintorburg 16.15 Uhr.

„Helden“gedenken im Jahr 2014

Inschriften in der Gedenknische des Marinedenkmals Eigelstein Torburg: „Die Trümmer des Kutters droben im Torbogen mahnen an den  ruhmvollen Untergang  S.M. Schiff Cöln  im Seegefecht bei Helgoland am 28. August 1914“ „Der heldenhaften Besatzung, die ihr Grab im Meere fand,  bewahrt die Patenstadt Cöln ein dankerfülltes dauerndes  Gedenken.“ Vor 100 Jahren, am 28. August 1914 wurde der Kleine Kreuzer „Cöln“ in der Seeschlacht vor Helgoland versenkt. Durch den Untergang dieses Kriegsschiffes, das den Namen unserer Stadt trug, verloren 484 (eine Tafel hier nennt 505 Tote) Menschen ihr Leben. Ihren Tod verdanken diese Menschen dem Streben nach Weltmacht und einem skrupellosen und verantwortungslosen militaristischen Denken und Handeln.  Zum Gedenken daran feiert die Stadt Köln nun ein so genanntes Zeremoniell zu „100 Jahre Beginn des Ersten Weltkrieges / 100 Jahre Untergang Kleiner Kreuzer „Cöln“.  Es ist zu befürchten, da der „Freundeskreis Marineschiffe Köln“ und Musiker der Bundeswehr daran teilnehmen, dass diese Feierlichkeit hier nicht der Millionen Kriegstoten auf allen Seiten gedenkt und die Sinnlosigkeit aller Kriege anprangert, sondern einem zerstörten Kriegsgerät und den dabei gefallenen „Helden“ gilt. Diese Befürchtungen sind umso realistischer, wenn man die Inschriften des Marinedenkmals an der Eigelstein Torburg auf sich wirken lässt! Ein „Helden“gedenken ist kriegsverherrlichend. Es trägt dazu bei, Kriegsführung auch heute wieder zu legitimieren. Gerade die Oberbürgermeister von Köln, die der internationalen Organisation „Mayors for Peace“ („Bürgermeister für den Frieden“) angehören, sollten sich dafür nicht hergeben. Die „Mayors for Peace“ haben sich in allen Partnerstädten verpflichtet, neben dem Kampf gegen Atomwaffen besonders für Völkerverständigung und Frieden einzutreten. Eine „Helden“gedenkveranstaltung ist damit nicht vereinbar! Also:   Kein „Helden“gedenken in Köln, zu keiner Zeit,   an keinem Ort! V.i.S.d.P. : Verena Kemper, Ludolf- Camphausen- Str. 36, 50672 Köln

Kundgebung zum Antikriegstag 2014

22. August 2014

1. September, 18:00 Uhr

auf der Domplatte

Die Lehre aus zwei Weltkriegen:

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Die Kriege gegen Gaza und in der Ukraine stoppen!

RednerInnen:

  •     N.N., VVN-BdA Köln
  •     Elvira Högemann, Friedensforum Köln
  •     Hans Mörtter, Pfarrer der Luther-
  •     Kirche (angefragt)
  •     Tanya Ury, Jüdische Stimme für  gerechten Frieden in Nahost
  •    Ulla Jelpke, Die Linke (angefragt)
  •     Michael Sünner, DFG-VK Köln
  •     Peter Förster, Arbeitskreis Zivilklausel

Es rufen auf: Arbeitskreis Zivilklausel Köln, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Köln, Friedensforum Köln, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) Köln

Aufruf zum Antikriegstag: Nie wieder Krieg!

Am 1. September vor 75 Jahren begann mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg, der noch mehr Menschenleben forderte als sein Vorläufer. Die deutschen Eliten, bestehend aus Industriellen, Großagrariern und Militärs, hatten ihre Ziele von 1914 weiterhin fest im Blick: Mit ihrer Unterstützung der NSDAP und der Machtübertragung an Hitler, massiver Aufrüstung und erneuter Kriegsvorbereitung sollte nachgeholt werden, was beim Ersten Weltkrieg nicht gelungen war: die Eroberung von Kolonien im Osten und eine globale militärische und wirtschaftliche Vorherrschaft Deutschlands. Diese insbesondere vom Historiker Fritz Fischer vertretene Erkenntnis der Kontinuität der Eliten und ihrer Kriegsziele in beiden Weltkriegen hat in den aktuellen Krisenzeiten nichts an Brisanz verloren: Kriege sind keine Naturkatastrophen, sondern menschengemacht und interessengeleitet, und können daher verhindert werden. Entsprechend großer Aufwand wird heute betrieben, diese Erkenntnisse zu verschleiern. Weiterhin kommt es auf Aufklärung an: Der 2013 geplante und bereits terminierte Militärschlag der NATO gegen Syrien fand nicht statt, Kriegspropaganda wird nach dem Irakkrieg und der Entlarvung der Kriegslügen mit Misstrauen begegnet. Die immerhin partielle Rückkehr zur Diplomatie hat die Zerstörung sämtlicher syrischer Chemiewaffen ermöglicht. Gleichzeitig wird seitens der NATO-Staaten zur Verteidigung politischer und wirtschaftlicher Einflusssphären unvermindert auf Rüstungsexporte an „strategische Partner“ wie die reaktionären Golfmonarchien, die Türkei und Israel sowie auf Sanktionen und Destabilisierung “unfolgsamer“ Staaten gesetzt. Die Demokratisierungsbestrebungen des Arabischen Frühlings wurden durch die Militarisierung der Proteste in Richtung Bürgerkrieg gelenkt, die Stärkung von barbarischen Terrororganisationen wie der ISIS im Irak und in Syrien ist eine der Folgen. Nirgendwo sind durch westliche Sanktionen, machtpolitische Einmischung, Waffenlieferungen und Krieg Demokratie und Menschenrechte gestärkt worden: Die Zivilisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse ist eine zivile Aufgabe. Für diese Möglichkeit stehen auch in Israel KriegsgegnerInnen, die gegen hasserfüllte nationalistische Stimmungsmache in Israel selbst für eine Beendigung der Bombardierung und Abschottung des Gaza-Streifens eintreten. Soziale Wohlfahrt und Frieden in Europa, samt der Ukraine und Russland können nur realisiert werden, wenn die Waffen schweigen. Dafür muss die westliche Unterstützung des Krieges der von Faschisten durchsetzten Kiewer Regierung gegen die eigene Bevölkerung beendet werden. Völkerverständigung und Entspannungspolitik bedürfen einer Renaissance, entgegen der Spannungen verschärfenden medialen Hetze und der Sanktionspolitik gegen Russland. Die Geschichte zeigt: Selbst der faschistische Terror und der Raub- und Vernichtungskrieg konnten die Bestrebungen, eine friedliche und menschliche Welt zu errichten, nicht dauerhaft niederhalten. Europa wurde durch den Widerstand aus vielen Ländern vom Faschismus befreit. Mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurden Konsequenzen gezogen für Frieden, Menschenwürde, soziale Wohlfahrt und die Verpflichtung des Eigentums auf das Allgemeinwohl. 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges stehen wir vor der Aufgabe, diese uneingelösten Ziele voll zu realisieren. Wir setzen uns daher ein für:

  • Den Stopp der Unterstützung der mit Faschisten durchsetzten Regierung in der Ukraine, für einen sofortigen Waffenstillstand zur Beendigung der humanitären Katastrophe und eine Verhandlungslösung.
  • Keine Verschärfung der Gewaltspirale durch Waffenlieferungen in den Irak  – Stopp der Unterstützung und der Geschäfte mit den Hintermännern der ISIS in der Türkei, Saudi-Arabien und Katar. Zivil helfen!
  • Den Bombenkrieg gegen Gaza und die israelische Blockade und Besetzung der palästinensischen Gebiete beenden!
  • Für Frieden und Menschenwürde weltweit: Rüstungsproduktion, Rüstungsexporte und Rüstungsforschung beenden!

„Wenn Menschen widerstehen, handeln Tatsachen.“ Heinrich Mann, „Es kommt der Tag“, 1936.

 

Gedenken an den Nagelbombenanschlag in der Keupstraße

3. August 2014

Pfingstsonntag, am 8. Juni fand in Köln anlässlich des 10. Jahrestages des Nagelbombenanschlags des NSU in der Keupstraße ein großes Kulturfest auf der Keupstraße und dem angrenzenden Gelände des Schauspiels Köln statt. Die Podiumsdiskussionen zum Thema, die Veranstaltungen mit den Rechtsanwälten der Opfer – zu allen Diskussionen kamen mehr Menschen, als die Orte fassen konnten. In einem Durchgang zu einem Hinterhof lasen den ganzen Tag Schauspielerinnen und Schauspieler des Theaters aus den Akten der Untersuchungsausschüsse, aus Vernehmungsprotokollen und den rassistisch geprägten Zeitungsberichten aus den Jahren, als die Ermittlungen sich gegen die Opfer selbst gerichtet hatten. Trotz der festlichen Stimmung auf der Straße mit viel Musik (im Bild: Auftritt der Microphone Mafia) – hier war es still und die Menschen hörten aufmerksam zu. An den Infoständen der Initiative „Keupstraße ist überall“ wurde über das Vorhaben, die Opfer nach München zum Prozess zu begleiten, viel diskutiert. Auch die VVN Köln war mit einem Infostand vertreten.

Birlikte Fest

Birlikte – Zusammenstehen

Keupstraße - Birlikte Fest

Keupstraße – Birlikte Fest

Keupstraße - Birlikte Fest

Keupstraße – Birlikte Fest

Keupstraße - Kulinarische Variationen

Keupstraße – Kulinarische Variationen

Mehr Infos auf der Webseite der Initiative www.keupstrasse-ist-ueberall.de

Um die Begleitung der Betroffenen nach München zu organisieren, ist auch Geld nötig.
Spendenkonto: VVN e.V. Köln, Santander Bank, BLZ 50033300, Kto 1130469000
IBAN DE085003330011304690 00
BIC SCFBDE33XXX
Stichwort: Keupstraßensolidarität

Broschüre: Von Mauerfall bis Nagelbombe.
Der NSU-Anschlag auf die Kölner Keupstraße im Kontext der Pogrome und Anschläge der neunziger Jahre“, u.a. mit Beiträgen von Mitat Özdemir, Imran Ayata und Katharina König, 128 S. bebildert, ISBN: 978-3-940878-16-8, Preis: 10 Euro. Erhältlich bei der Amadeu Antonio Stiftung (info@amadeu-antonio-stiftung.de) und im Buchhandel. 128 Seiten, ISBN: 978-3-940878-16-8, Preis: 10 Euro zzgl. 2 Euro Versandkosten, auch auf Türkisch

„Von Mauerfall bis Nagelbombe“ setzt die Pogrome der 1990er Jahre in Bezug zu den NSU-Anschlägen und zeigt gemeinsame Erfahrungen und Analysen von Rassismus in Deutschland. Herzstück der Boschüre sind die Interviews mit den Betroffenen der Nagelbombe, die eindrücklich ihre Beobachtungen als Augenzeugen schildern, aber auch davon berichten, welche Tortur sie in den Jahren nach dem Anschlag erleben mussten.

10-Jahre-NSU-Anschlag.pdf

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