Wer heute durch das Severinsviertel und die Südstadt geht, kann sich kaum mehr vorstellen, dass es sich dabei früher um Arbeiterstraßen und -wohngebiete handelte. Wo heute angesagte Kneipen, Restaurants und schicke Läden zu finden sind, waren einst kleine Wohnungen und Hinterhöfe. Die Menschen, die dort unter schlechten Bedingungen wohnten, waren Erwerblose, Arbeiter(innen) und ihre Familien. Viele von ihnen waren Mitglieder oder Sympathisant(innen) der Arbeiterparteien. Besonders die KPD war stark vertreten.
Die Nazis bekamen in diesem Viertel im wahrsten Sinne des Wortes lange keinen Fuß auf die Erde. Selbst in den ersten Wochen nach der Machtübertragung an die NSDAP und ihre rechtskonservativen Verbündeten (in der ersten Regierung unter Adolf Hitler als Reichskanzler waren die Minister mit einem NSDAP-Parteibuch in der Minderheit), gelang es den Schlägerbanden von SA und SS nicht, triumphierend durch die Arbeiterstraßen zu ziehen. Noch waren insbesondere die Kommunistinnen und Kommunisten aktiv, brachten Flugblätter und Zeitungen in Umlauf und versuchten, ihre illegalen Organisationen aufrecht zu erhalten – auch wenn viele von ihnen bereits verhaftet waren und in SA-Sturmlokalen und „wilden“ KZs gequält wurden. Elsassstraße, 3. März 1933: Eine Straße wehrt sich gegen die Nazis weiterlesen »








