Ausstellungseröffnung „Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz. Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus.“

11. März 2020

Donnerstag, 12. März 2020, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung „Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz. Wirtschaft und Politik im
Nationalsozialismus.“ Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts.

NS-Dok., Appellhofplatz 23-25, bis 24. Mai 2020

Erfolgreicher Gegenprotest

11. März 2020

Über 2000 Demonstranten waren am 4.1.2020 bei den Protesten gegen mehrere Nazikundgebungen vor dem WDR und am Dom und sorgten dafür, dass diese zum Flop wurden. Gleich vier verschiedene Kundgebungen und Aktionen hatten extrem rechte Gruppierungen anlässlich des WDR-Hühnerstall-Videos für Samstag in der Kölner Innenstadt angekündigt. Die AFD und die Identitären-nahen Gruppe „Widerstand steigt auf“ sowie extrem Rechte aus Mönchengladbach hatten die Kundgebungen angemeldet. Dank der erfolgreichen Gegenproteste der Kölner Stadtgesellschaft hatten die Rechten eine weitere Kundgebung für Sonntag den 05.01.2020 in Köln abgesagt. Über 2000 Demonstranten haben in Köln wieder einmal ein deutliches Zeichen gegen die Rechten gesetzt und ihnen lautstark mitgeteilt, dass für rechtsradikale Antisemiten und Rassisten in der Stadt kein Platz ist. kf

SPD-Ortsgruppen fordern Reform des Gemeinnützigkeitsrechts

11. März 2020

Die SPD-Ortsgruppen in Sülz-Klettenberg und Ehrenfeld haben Anträge auf den Weg gebracht, in denen sie ihre Partei auffordern eine Änderung des Gemeinnützigkeitsrecht auf den Weg zu bringen. Darin heißt es:
„Der Ortsverein Ehrenfeld fordert die SPD-Bundestagsfraktion auf, zeitnah einen Gesetzentwurf zur Reform des Gemeinnützigkeitsrechts in den Deutschen Bundestag einzubringen. Ziel des Gesetzes muss sein, die Gemeinnützigkeit zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich gewaltfrei (z.B. mit Stellungnahmen, Aktionen, Projekten und Demonstrationen) an der politischen Willensbildung beteiligen und sich für demokratische Grundwerte (vor allem für Menschenrechte, Frieden und ökologisch nachhaltige und gerechte Entwicklung) einsetzen, durch Änderungen der Abgabenordnung (AO) und ggfs. auch des Vereinsrechts zu sichern bzw. wiederherzustellen.“
In der Begründung heißt es, es könne„nicht im Interesse einer lebendigen Demokratie liegen, dass zivilgesellschaftliche Organisationen ihrer Gemeinnützigkeit und damit ihrer Arbeitsgrundlage beraubt werden, wenn sie sich u.a. für Grund- und Menschenrechte, für eine gesunde Umwelt, für soziale Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.“

Neues vom rechten Rand

11. März 2020

Die antifaschistische Zeitschrift „Lotta“ berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe u.a. über die MitarbeiterInnen der AfD im Landtag von NRW. Bereits im Juni 2019 hatte der Kölner AfD-Landtagsabgeordnete Roger Beckamp mitgeteilt, dass Markus Wiener aus Köln – ehemaliger Funktionär der „Bürgerbewegung pro Köln“ und von „Pro NRW – als Referent für ihn tätig sei. Wiener übt im Kölner Stadtrat weiterhin sein Mandat aus. Ein weiterer Mitarbeiter der AfD im Landtag steht derzeit in Köln vor Gericht. Felix Cassel gehörte als Beisitzer dem Vorstand der AfD Bonn an. Cassel hatte am 7. April 2019 nach einer AfD-Veranstaltung in Köln-Kalk einen Gegendemonstranten mit seinem Auto angefahren und sich dann entfernt. Cassel ist Mitglied der Bonner „Burschenschaft Frankonia“.

In Porz ist unterdessen der CDU-Bezirksvertreter Hans-Josef Bähner von seinem Amt zurückgetreten. Bähner soll in der Nacht zum 30. Dezember 2019 nach einem Streit wegen Ruhestörung einen 20 Jahre alten Jugendlichen angeschossen und schwer verletzt haben. Pikant ist, dass „mehrere Einträge bei Facebook“ ihn als Mann ausweisen, „der politisch eine als rechts einzuordnende Einstellung vertritt“, so der „Kölner Stadtanzeiger“ am 8. Januar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit noch gegen Bähner.

Von der politischen Bühne abgetreten ist auch der Kölner Medienanwalt Ralf Höcker. Am 13. Februar gab das CDU-Mitglied und Pressesprecher der „WerteUnion“ bekannt, dass er sich dem „Druck“ beuge und aus allen politischen Organisationen austrete.

Ein weiteres Ereignis steht uns eventuell am Samstag, den 20. Juni, bevor. An diesem Tag soll das „Festival of Hope“ in der Kölner Lanxess-Arena stattfinden. Erwartet wird dort ein Auftritt von Franklin Graham. Dieser ist US-amerikanischer evangelikaler Pastor und Evangelist und Präsident der „Billy Graham Evangelistic Association“. Graham ist in der Vergangenheit mit islamfeindlichen und homophoben Äußerungen in Erscheinung getreten. Kritiker fordern bereits, den Auftritt von Graham abzusagen, so wie dies unlängst in Liverpool geschah. hma

Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

11. März 2020

Alljährlich lädt ein Bündnis in die Kölner Antoniterkirche, um an die Millionen Opfer des nationalsozialistischen Lagersystems, aber auch an die Kölnerinnen und Kölner, die überlebt haben, zu erinnern. Es ist der 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Vielleicht sind deshalb so viele Menschen gekommen. Die Kirche ist überfüllt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem Wirken und den Schicksalen von Frauen während der Zeit des Nationalsozialismus. Die NS-Diktatur setzte ein rückschrittliches Frauenbild durch, minderte Bildungsmöglichkeiten und politische Mitwirkung. Wir hören vom Widerstand der Papierarbeiterin und Kommunistin Gertrud Hamacher. Es wird von der KZ-Ärztin Herta Oberheuser berichtet. Und vom Schicksal von Renée Düring, Jüdin aus Köln.

Gertrud Hamacher

Trautchen Hamacher, geb. Kürten, ist am 9. Dezember 1908 in Köln-Dünnwald geboren und hat bis 1999 gelebt, lange genug, um nicht nur eigene Konsequenzen aus der Nazizeit zu ziehen, sondern sie auch zu lehren. Die Papierarbeiterin wird 1932 arbeitslos wie 85.000 andere Kölnerinnen und Kölner. Mit 22 Jahren tritt sie in die KPD ein. Verhaftung im Juni, Entlassung im Dezember 1933. Gertrud geht nach Holland und beteiligt sich von dort aus am Widerstand. Sie wird als Kurier eingesetzt, bringt Pässe nach Deutschland für illegal Lebende und solche Genossen, die im Rahmen ihrer illegalen politischen Arbeit über die Grenzen reisen. Ihre nächste Station ist Brüssel. Im Mai 1940 wird Belgien von der Wehrmacht besetzt. Ein Fluchtversuch scheitert. Allein der Verkauf der Zeitschrift Rote Fahne führt zur Verurteilung zu zwei Jahren Gefängnis. Zwei Kinder hat sie in dieser Zeit zur Welt gebracht.

Nach Kriegsende engagiert sich Gertrud in der KPD und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Am 27. Juni 1974 strahlt die ARD im Rahmen der Serie „Weltbild. Von Menschen, die nicht in Geschichtsbüchern stehen“, das „Porträt einer Kölnerin“ aus. Nobelpreisträger Heinrich Böll interviewt die Kommunistin Gertrud Hamacher. Schon vor der Ausstrahlung hagelt es Proteste gegen den WDR. Böll: „Es geht mir nicht um eine Bewältigung der Vergangenheit, sondern um ihre Annahme. Mir liegt an innenpolitischer Entspannung in diesem Punkt. Diese Menschen hatten durch ihren Widerstand Anteil an der Entstehung der Bundesrepublik und das wird weitgehend noch geleugnet. Durch den Antikommunismus wurde ihre Rolle nie recht anerkannt. Ich würde Ähnliches durchaus noch einmal machen.“

Herta Oberheuser

Ravensbrück ist ein idyllisches Dorf am Schwedt-See in Brandenburg, Hier errichtet die SS ab Ende 1938 das größte Konzentrationslager für Frauen. Die Häftlinge werden als Zwangsarbeiterinnen in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Viele sterben an Hunger und Krankheiten. Die SS exekutiert fast zweitausend vermeintlich Behinderte und Arbeitsunfähige – einzeln mit Schusswaffen. Andere sterben infolge medizinischer Versuche. Herta Oberheuser ist die einzige Ärztin in dem Team.

Sie ist am 15. Mai 1911 in Köln geboren, studiert in Bonn und Düsseldorf Medizin. 1937 wird sie Mitglied der NSDAP und bewirbt sich 1940 nach Ravensbrück.

Ab Herbst 1942 werden dort Versuche über diee antiseptische Wirkung von Sulfonamid durchgeführt. Herta Oberheuser wählt gesunde Polinnen aus. Sie bringt Bakterien, Fäulniserreger, Holzsplitter und Glas in eigens zugefügte Wunden ein. Die Medizinerin hat für eine absichtsvolle Verschlechterung des Heilungsverlaufs, also für ein Höchstmaß an Infektion zu sorgen. Fünf der 74 polnischen Frauen sterben, sechs werden später erschossen.

Sie wird 1945 verhaftet. 20 KZ-Ärzte haben sich vor dem amerikanischen Militärgericht in Nürnberg für ihre medizinischen Experimente zu verantworten. Herta Oberheuser ist die einzige Frau. Oberheuser bestreitet wie die anderen Angeklagten jede Schuld. Morde habe sie nicht begangen. Das Nürnberger Gericht befindet Herta Oberheuser für schuldig. Sie kommt mit 20 Jahren Zuchthaus davon. Ab 1950 werden zahlreiche Nürnberger Urteile abgemildert. Herta Oberheusers Strafmaß wird halbiert. Schon 1952 wird sie aus der Haft entlassen und kann bald wieder in Schleswig-Holstein als Ärztin arbeiten. Dort wird sie zufällig von einer Überlebenden erkannt und angezeigt. Ihr wird die Approbation entzogen. Sie stirbt 1978 in Bad Honnef.

Renée Düring

Renée Düring wird am 7. Januar 1921 in Köln Braunsfeld, Büsdorferstr. 2 geboren.

Unter der Nazidiktatur ändert sich das Leben. Die Eltern schicken die 14-jährige Tochter zu ihrer Tante Lina Hirsch nach Amsterdam. Nach der Bombardierung von Rotterdam im Mai 1940 kapitulieren die Niederlande. Die Wehrmacht besetzt das Land. Juden müssen einen Davidstern tragen. 1942 heiratet Renée ihren Verloben Fritz Krämer in einem Büro im Amsterdamer Zoo, weil jüdische Paare das Standesamt nicht mehr betreten dürfen. Renée lebt versteckt bei ihren Schwiegereltern. Im September 1943 wird sie wegen der Verletzung der Ausgangssperre von einem holländischen Zivilisten festgehalten und gemeldet. Die Mitglieder beider Familien werden nun abgeholt, nur der Schwester gelingt es, sich in Holland versteckt halten.

Nomi Harper, Tochter von Renée Duering neben OB Reker, links die Söhne Gabriel und Benjamin

Die Eltern werden nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo man sie in einer Gaskammer tötet. Auch ihre Tante Lina wird ermordet. Renée und Fritz Krämer werden getrennt. Die letzten Worte ihres Mannes an Renée sind: „Wir werden uns nicht wiedersehen, lebe wohl!“

In Auschwitz führt der Gynäkologe Carl Clauberg medizinische Versuche durch. Er plant, hunderte jüdische Frauen und Mädchen zu sterilisieren. Dafür zahlt er pro Frau und Woche eine Reichsmark an die SS. Renée ist eine von ihnen. Die meisten „Patientinnen“ sterben an den Sterilisationsinjektionen, die hohes Fieber und Entzündungen verursachen. Andere werden ins Gas geschickt, nachdem die Ärzte mit ihnen experimentiert haben. Renée überlebt.

Als die Sowjetarmee naht, beginnen die Nazis im Januar 1945 einen hastigen Rückzug. Die Häftlinge von Auschwitz sollen am 18. Januar 1945 zu Fuß auf einem Todesmarsch in Richtung Ravensbrück evakuiert werden. Renée Düring nutzt diese Gelegenheit zur Flucht.

Sie schlägt sich nach Amsterdam zu ihrer Schwester Ellen durch. Sie lernt einen Soldaten der Britisch-Jüdischen Brigade kennen, Jehuda Engel. Sie heiraten und beschließen, in Israel ein neues Leben zu beginnen. Renée betreibt ein Lokal unter dem Namen „Café Renée“. Es stellt sich heraus, dass im KZ nur ihr rechter Eierstock zerstört wurde, sie kann Kinder bekommen! Aber ihr Mann lehnt das entschieden ab. Im Ergebnis des Streits spricht Renée in ihrem Café einen Gast an, der ihr gefällt. Sie treffen sich und Renée wird schwanger. Ihr Ehemann verlässt sie.

Ich wollte unbedingt, dass das Erbe meiner Eltern weiter besteht. Ich hatte doch so viele Angehörige verloren. Ich wollte ein eigenes Kind zur Welt bringen.“

1954 wird Tochter Nomi geboren. Vier Jahre später gelangen Renée und Nomi nach San Francisco. Renée stirbt mit 97 Jahren am 9. April 2018. In liebevoller Anerkennung erinnert sich ihre Tochter Nomi Harper an ihre Mutter: „Sie gab mir immer das Gefühl, dass ich etwas Besonderes bin, und dass das Leben sehr wertvoll ist. Sie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass Kinder spüren, wie sehr sie geliebt werden.“

Grußworte von Stadt und Kirche

Oberbürgermeisterin Henriette Reker kann die Tochter von Renée Duering, Nomi Harper und die Enkel Gabriel und Benjamin begrüßen. Sie sind auf Einladung der Veranstalter aus San Francisco gekommen. Frau Reker erwähnt Gunter Demnig, dem es mit seinen 70.000 Stolpersteinen gelinge, die Opfer aus der Anonymität herauszuholen und ihnen die Würde, ihre Menschlichkeit zurückzugeben.

Pfarrer Mathias Bonhoeffer erwähnt Ina Gschlössl. Unter den Nazis bekam sie als Berufsschullehrerin Berufsverbot, betreute für die Innere Mission als Fürsorgerin verurteilte Frauen im Klingelpütz und unterstützte eine jüdische Familie. Die Straße vor der Antoniterkirche ist nach ihr benannt.

Eindrucksvoll die Musik, die Martina Neschen und der Chor bewegt passend zu den Texten vortragen.

Mahngang

Im Anschluss an die Gedenkfeier bewegt sich ein Mahngang zum Deichmann-Haus am Bahnhofsvorplatz. Hier erinnert eine gläserne Stele an Freya von Moltke und ihren Widerstand.

Buchvorstellung in der MüTZe

11. März 2020

Am 30. Januar stellte Kutlu Yurtseven von der Microphone Mafia das Buch zu 30 Jahre Bandgeschichte vor. Über 50 Menschen waren ins Café gekommen und erlebten einen interessanten Abend mit Lesung, Fotos und Videoclips. Der Abend war auch als Solidaritätsveranstaltung für die VVN-BdA gedacht, die von dem Verlust der Gemeinnützigkeit bedroht ist. Danke für die vielen Spenden!

Mit eingeladen hatten Kein Veedel für Rassismus Mülheim, die Initiative Keupstraße ist überall, Heimat für alle, DKP Mülheim und das Bürgerhaus MüTZe. ub

Das Buch ist erschienen im PapyRossa Verlag, 227 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-89438-703-7

Erfolgreicher Protest gegen den AfD Neujahrsempfang in Bonn

11. März 2020

Am Samstag den 25.01.2020 protestierten bis zu 150 Personen auf dem Brüser Berg gegen den Neujahrsempfang des AfD Kreisverbandes Bonn. Trotz eisiger Temperaturen und einer sehr kurzfristigen Mobilisierung kamen zahlreiche Antifaschisten um bei warmem Tee und Reden von der Caritas, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und andern gegen die AfD zu demonstrieren. Die lediglich 35 angereisten AfD-Anhänger wurden angemessen begrüßt. Es zeigt sich, dass das Interesse an Veranstaltungen der AfD deutlich geringer ist, wenn keine Parteiprominenz anwesend ist wie zuletzt. Wir freuen uns, dass trotz aller Umstände Zahlreiche Personen unserem Aufruf gefolgt sind. Wir kommen wieder, egal wo die AfD hingeht!

kf

Rechten Terror stoppen

11. März 2020

Am Donnerstagabend kamen trotz Weiberfastnacht ca. 500 Menschen zu einer Kundgebung in die Keupstraße mit anschließeder Demonstration durch Mülheim, um gegen die rassistischen Morde von Hanau Stellung zu beziehen, Über 2000 folgten dem Aufruf von Köln gegen Rechts zu einer Demonstration am Freitag. Auch Ob Reker sprach auf der Kundgebung.

Die FIR (Fédération Internationale de Résistants) schreibt in ihrer Stellungnahme:

Offenbar verstärkt sich ein politisches Klima des Hasses und der Gewaltbereitschaft, was durch politische Kräfte nicht nur in den Medien, sondern auf den Straßen durch die Aufmärsche der neofaschistischen PEGIDA oder in den politischen Kampagnen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) massiv gefördert wird. Wir warnen davor, jetzt wieder von einem ,Einzeltäter‘ zu sprechen, weil der Täter möglicherweise nicht Mitglied oder Aktivist einer neofaschistischen Organisation war. Das verdrängt, dass es die neofaschistischen Organisationen und Netzwerke sind, die den Boden für solche Formen individueller Gewalt bereiten. (…) Die Mordtat von Hanau zeigt, wir brauchen ein antifaschistisches politisches Klima in diesem Land, so dass Rassisten keinen Nährboden für ihre Gewaltvorstellungen finden. Nur so sind solche Massenverbrechen wirksam zu verhindern.“ www.fir.at

Jahreshauptversammlung: Die VVN-BdA wird weiterhin gebraucht

11. März 2020

Manchmal haben auch negative Ursachen positive Wirkungen: Die für die VVN-BdA existenzbedrohende Entscheidung, ihr als Bundesverband den Status der Gemeinnützigkeit abzuerkennen, sollte ihr auch die materielle Grundlage entziehen. Ein mit Sicherheit unbeabsichtigter Erfolg dieses Angriffs aber war, dass unser Verband in kürzester Zeit, eine Vielzahl neuer Mitglieder aufnehmen konnte. Ihre Zahl liegt in unserer Kölner Kreisvereinigung bei über 30, die wir an dieser Stelle nochmals herzlich willkommen heißen.

Der Teil der neuen Mitglieder, die vor unserer Jahreshauptversammlung, die am 14. Dezember im Mülheimer Bügerzentrum MüTZe, eingetreten waren, wurde natürlich auch zu diesem Treffen eingeladen – das war aber leider nur sehr kurzfristig möglich, sodass nur eine der Neueingetretenen an diesem Samstagnachmittag kommen konnte.

Den Angriff der Finanzbehörden auf unsere Organisation wertete der Vorstand in seinem mündlichen Rechenschaftsbericht als einen Teil einer wesentlich umfassenderen Tendenz der Rechtsentwicklung in Staat und Gesellschaft, die Existenz und Aktivität der VVN-BdA so wichtig macht. Angesichts der Wahlerfolge der rassistischen und in großen Teilen faschistischen AfD, einer Verquickung von Angehörigen von Polizei, Geheimdiensten und Bundeswehr mit rechten Terrorgruppen, der immer weiteren Verschärfung von Polizeigesetzen gilt es mehr denn je, diesem Treiben Widerstand entgegen zu setzen – und wer wäre dazu berufener als die VVN-BdA? Das gleiche gilt für die Friedensbewegung: Es werden nicht nur die medialen Kriegstrompeten laut geblasen, auch die materielle Aufrüstung, besonders gegen Russland – und damit die Kriegsgefahr – nimmt zu. Gerade im 75. Jahr der Befreiung von Krieg und Faschismus, an der sowjetische Soldatinnen und Soldaten am stärksten beteiligt waren, gilt es für uns, für Abrüstung und Verständigung zu kämpfen.

In der Jahreshauptversammlung wurde diskutiert, wie wir die politischen Notwendigkeiten, für Köln und Umgebung konkret machen können: Der 8. Mai wie der Ostermarsch und die Proteste gegen die provokatorische NATO-Übung DEFENDER, in der US-Soldaten durch die Bundesrepublik an die russische Westgrenze transportiert werden sollen, bieten Anlässe wie Gelegenheiten zur Aktivität.

Nach der politischen Diskussion wurde der Vorstand, erweitert um die Kameradin Elke Gottschalk, (wieder-)gewählt, ebenso die Delegierten zur Landesdelegiertenkonferenz, die am 29. Februar in Oberhausen stattfindet sowie die Delegierten zum Bundeskongress. In Frankfurt werden uns die Kameradin Klara Tuchscherer, die auch aktiv in der Gruppe „Kinder des Widerstandes mitarbeitet) und der Kamerad Klaus Freisen vertreten. Es gilt nun für den Vorstand, die vielen neuen Mitglieder schnell in die Arbeit einzubeziehen, ein aktiveres (und attraktiveres) Verbandsleben als in den vergangenen Jahren zu entwickeln, ein politisch breites und klares Gedenken anlässlich des Jahrestages der Befreiung vorzubereiten und in antifaschistischem Geist in den Kommunalwahlkampf einzugreifen, um den Stimmenanteil der AfD so gering wie möglich zu halten. Wir werden dazu die Unterstützung möglichst vieler, neuer wie alter, Kameradinnen und Kameraden benötigen.

(tri)

Einweihung des Gedenkorts Deportationslager Köln-Müngersdorf 1941-1945

11. März 2020

Einweihung des Gedenkorts Deportationslager Köln-Müngersdorf 1941-1945 am 15. März 2020 um 15:00 Uhr ein.

Das Deportationslager Köln-Müngersdorf befand sich von 1941 bis 1945 im Bereich des heutigen Walter-Binder-Weges. Es wurde auf Veranlassung der Geheimen Staatspolizei in Zusammenarbeit mit städtischen Behörden seit Herbst 1941 errichtet und von der Kölner Gestapo betrieben. Das Lager bestand aus den Räumlichkeiten des ehemaligen preußischen Fort V, von dem nur noch Fundamentreste erhalten sind, sowie einem Barackenlager, auf dessen Gelände sich heute eine Kleingartenanlage befindet.

Hunderte jüdischer Frauen, Männer und Kinder wurden im Laufe der folgenden Monate in den modrigen Gebäuden und Kasematten interniert.

Insgesamt mussten schätzungsweise um 3.500 Personen das Fort und das Barackenlager vor ihrer Deportation erleiden. Das Lagergelände durfte nur mit Genehmigung tagsüber verlassen werden. Viele der Inhaftierten hatten Zwangsarbeit in Kölner Betrieben zu leisten.

Der Gedenkort besteht aus einem Kunstwerk von Simon Ungers und dem zum Standort des ehemaligen Barackenlagers führenden Weg des Gedenkens mit drei Infoblöcken.

Um Anmeldung wird gebeten bis Montag, 9. März 2020, per E-Mail unter info@bvm.koeln, per Fax unter 0221 4308759.

Gedenkort Müngersdorf_Einladung

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