Guttenberg + Meisner Wegtreten !

12. Januar 2011

Soldatengottesdienst 2011

13.01.2011

Protestkundgebung

Guttenberg + Meisner Wegtreten !

Soldatengottesdienst 2011

Donnerstag, 13. Januar 2011, 08:00 Uhr

Kölner Dom

Wie jedes Jahr veranstaltet Kardinal Meisner sein Legitimationsritual für die deutschen Kriegseinsätze mit dem Soldatengottesdienst am Weltfriedenstag im Kölner Dom. Passend dazu hat er Kriegsminister Guttenberg samt ranghöchsten Militärs eingeladen. Ob der Freiherr seine PR-Agenten Ehefrau Stefanie und Johannes B. Kerner mitbringen wird, wissen wir nicht.
Wie jedes Jahr lässt das militaristische Spektakel die Kölner Friedens- und Antimilitarismusbewegung nicht kalt. Sie wird vor dem Dom gegen den weltweiten Kriegseinsatz der Bundeswehr, ihrer Vermarktung als Friedenseinsätze und die Absegnung dieser Einsätze durch die katholische Kirche, lautstark protestieren.

Donnerstag, 13. Januar 2011, 08:00 Uhr Kölner Dom Wie jedes Jahr veranstaltet Kardinal Meisner sein Legitimationsritual für die deutschen Kriegseinsätze mit dem Soldatengottesdienst am Weltfriedenstag im Kölner Dom. Passend dazu hat er Kriegsminister Guttenberg samt ranghöchsten Militärs eingeladen. Ob der Freiherr seine PR-Agenten Ehefrau Stefanie und Johannes B. Kerner mitbringen wird, wissen wir nicht. Wie jedes Jahr lässt das militaristische Spektakel die Kölner Friedens- und Antimilitarismusbewegung nicht kalt. Sie wird vor dem Dom gegen den weltweiten Kriegseinsatz der Bundeswehr, ihrer Vermarktung als Friedenseinsätze und die Absegnung dieser Einsätze durch die katholische Kirche, lautstark protestieren.

Ungarn auf dem Weg zur völkischen Demokratie?

11. Januar 2011

12.01.2011

Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer

Ungarn auf dem Weg zur völkischen Demokratie?

Mittwoch, 12. Januar 2011, 19:30 Uhr

Fachhochschule Köln, Südstadt Claudiusstr. 1 – Mevissensaal

Dass der Rechtsextremismus in Ungarn kein randständiges Phänomen ist, wurde spätestens mit den Parlamentswahlen im April dieses Jahres deutlich: Das Wahlbündnis der völkischen Partei Fidesz errang eine Zweidrittel-Mehrheit, und die rechtsextreme Partei Jobbik konnte erstmalig ins Parlament einziehen – als drittstärkste Kraft.

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Mittwoch, 12. Januar 2011, 19:30 Uhr Fachhochschule Köln, Südstadt Claudiusstr. 1 – Mevissensaal Dass der Rechtsextremismus in Ungarn kein randständiges Phänomen ist, wurde spätestens mit den Parlamentswahlen im April dieses Jahres deutlich: Das Wahlbündnis der völkischen Partei Fidesz errang eine Zweidrittel-Mehrheit, und die rechtsextreme Partei Jobbik konnte erstmalig ins Parlament einziehen – als drittstärkste Kraft.

Deutschlands koloniale Matrix

10. Januar 2011

Eine Veranstaltung zur Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“

11.01.2011

Vortrag

Deutschlands koloniale Matrix

Eine Veranstaltung zur Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“

Eine Veranstaltung der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremis- mus (ibs)

Dienstag, 11. Januar 2011, 19 Uhr

EL-DE-Haus, NS-Dokumentationszentrum, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln

Gebühr: 4,20 €, Gebühr: erm. 1,80 €

Kien Nghi Ha hat sich in zahlreichen Publikationen mit Einwanderungsdiskursen, Rassismus und postkolonialer Kritik beschäftigt. Die hiesigen Ausgangsbedingungen kolonialer Politik sind meist nur noch als Leerstellen in der kollektiven Gedächtnis und Wissenskultur präsent.

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Dienstag, 11. Januar 2011, 19 Uhr EL-DE-Haus, NS-Dokumentationszentrum, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln Gebühr: 4,20 €, Gebühr: erm. 1,80 € Kien Nghi Ha hat sich in zahlreichen Publikationen mit Einwanderungsdiskursen, Rassismus und postkolonialer Kritik beschäftigt. Die hiesigen Ausgangsbedingungen kolonialer Politik sind meist nur noch als Leerstellen in der kollektiven Gedächtnis und Wissenskultur präsent.

Kein Vergeben, kein Vergessen!

27. Dezember 2010

Zum 20. Todestag von Nihad Yusufoglu

28.12.2010

Aufruf zur Gedenkveranstaltung

Kein Vergeben, kein Vergessen!

Zum 20. Todestag von Nihad Yusufoglu

Dienstag, 28. Dezember 2010, 18:00 Uhr

Hachenburg Bahnhof

Am Abend des 28.12.1990 wurde der 17-jährige Nihad in Hachenburg von einem gleichaltrigen Naziskin erstochen. Vorausgegangen waren wochenlange Beleidigungen und Bedrohungen durch die Nazis, die gegenüber der Wohnung von Nihads Familie in einem Parkhaus ihren Treffpunkt hatten. Was folgte waren die üblichen zivilgesellschaftlichen Reflexe: Empörung, Unverständnis, Demonstration, Lichterkette. Regionalpolitiker die mahnend den Finger hoben und schworen das sich so was nicht mehr wiederhole, Diskussionen in der Regionalpresse wie so was „hier bei uns“ passieren konnte. Immer wieder der Verweis auf die „einzelnen geistig Verblendeten“ die für solche Taten verantwortlich seien. Die Familie von Nihad traute diesen Beteuerungen nicht und verließ den Westerwald. Schnell war Nihad aus der Presse verschwunden und die Lichterketten erloschen. Der Täter wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Totschlags verurteilt, allerdings wurden sie nach 2/3 der Haftstrafe wieder aus der Haft entlassen.

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Dienstag, 28. Dezember 2010, 18:00 Uhr Hachenburg Bahnhof Am Abend des 28.12.1990 wurde der 17-jährige Nihad in Hachenburg von einem gleichaltrigen Naziskin erstochen. Vorausgegangen waren wochenlange Beleidigungen und Bedrohungen durch die Nazis, die gegenüber der Wohnung von Nihads Familie in einem Parkhaus ihren Treffpunkt hatten. Was folgte waren die üblichen zivilgesellschaftlichen Reflexe: Empörung, Unverständnis, Demonstration, Lichterkette. Regionalpolitiker die mahnend den Finger hoben und schworen das sich so was nicht mehr wiederhole, Diskussionen in der Regionalpresse wie so was „hier bei uns“ passieren konnte. Immer wieder der Verweis auf die „einzelnen geistig Verblendeten“ die für solche Taten verantwortlich seien. Die Familie von Nihad traute diesen Beteuerungen nicht und verließ den Westerwald. Schnell war Nihad aus der Presse verschwunden und die Lichterketten erloschen. Der Täter wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Totschlags verurteilt, allerdings wurden sie nach 2/3 der Haftstrafe wieder aus der Haft entlassen.

Nein zur Kriegsforschung – Ja zur Zivilklausel!

geschrieben von mib

18. Dezember 2010

In dieser Woche fanden an der Uni Köln die Abstimmung über eine Zivilklausel statt. Eine Zivilklausel ist eine Selbstverpflichtung der Hochschule, nicht mit militärischen Einrichtungen oder der Rüstungsindustrie zusammenzuarbeiten. Das ist mit dem Anspruch verbunden, dass Bildung und Wissenschaft zu einer friedlichen und sozialen Entwicklung beitragen können und müssen.

Das Engagement von Hochschulmitgliedern für die Verankerung einer Zivilklausel richtete sich gegen eine Ausrichtung der Wissenschaft, die zu weiterer Aufrüstung, zur Zerstörung sozialer und natürlicher Lebensgrundlagen und zur Ermordung von Menschen durch Krieg beiträgt. Die Zivilklausel bedeutet eine Selbstverpflichtung der Hochschule auf ausschließlich zivile Zwecke, verbunden mit dem Anspruch, dass Wissenschaft und Bildung zu einer weltweit friedlichen Entwicklung beitragen können und müssen.

Die Geschichte verpflichtet: Hochschulen und Wissenschaft haben während des Faschismus‘ aktiv an Vernichtung und Krieg mitgewirkt und dem Nazi-Regime ideologisch und technologisch zugearbeitet. Völkerrecht und Grundgesetz bestimmen daher als Aufgabe von Bildung und Wissenschaft, frei von partikularen Interessen zu Frieden, Völkerverständigung und der Verwirklichung der Menschenrechte beizutragen. Eine humane, an zivilem Nutzen orientierte Wissenschaft muss weiterhin erkämpft werden: Bundesweit werden Hochschulen durch die Reduzierung bedarfsorientierter öffentlicher Mittelzuweisungen dazu gebracht, Forschungsinhalte an den Anforderungen potentieller Geldgeber auszurichten – auch an denen von Bundeswehr und Rüstungsindustrie. Über eine Milliarde Euro sind allein 2008 vom Verteidigungsministerium zweckgebunden geflossen, um an 27 Hochschulen und angegliederten Instituten Forschung für die Bundeswehr durchführen zu lassen – insbesondere in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Dazu gehört auch die Universität Köln.

Zusätzlich werden von der Rüstungsindustrie über Drittmittelverträge Forschungsprojekte in Auftrag gegeben, über deren Ausmaß die Öffentlichkeit kaum Informationen erhält und über die auch die Leitung der Kölner Universität bisher jede Auskunft verweigert. An der Universität Köln hat sich das Studierendenparlament für die Verankerung einer Zivilklausel in der Grundordnung der Universität und zu diesem Zweck für eine Abstimmung innerhalb der Studierendenschaft ausgesprochen. Je größer die Beteiligung bei der Abstimmung ausfällt, desto besser sind die Voraussetzungen, die Zivilklausel zu erkämpfen.

Bei der Abstimmung während der studentischen Gremienwahlen vom 1 3. bis 1 7. Dezember waren alle, die an der Universität eingeschrieben sind, aufgerufen, über folgenden Text abzustimmen:

Das Nein zur durch die Kriegsforschung auf den Weg gebrachten Zerstörung ist Voraussetzung für eine humane Entwicklung. Gemeinsam können wir die Zivilklausel erkämpfen und in der Praxis zur Anwendung bringen. Lasst uns eine kritische Auseinandersetzung über alle Inhalte von Wissenschaft und Bildung führen, unsere Vorstellung von Rolle und Aufgaben der Hochschule diskutieren und deutlich Nein zu Militär- und Rüstungsforschung sagen! Jede und jeder kann sich an der Abstimmung beteiligen und mit anderen in Diskussion treten.

Hier das Abstimmungsergebniss:

64% Ja

21% Nein

15% Enthaltung

Knapp zwei Drittel haben sich für die Zivilklausel ausgesprochen. Das ist eine klare Positionierung der Studierendenschaft, der größten Mitgliedergruppe der Universität, für eine zivile und friedensfördernde Ausrichtung von Hochschule und Wissenschaft. Damit sind gute Voraussetzungen für die weitere Auseinandersetzung für die Verankerung einer Zivilklausel in der Grundordnung der Universität geschaffen.

Der Arbeitskreis Zivilklausel trifft sich nach den Weihnachsferien, um die weiteren Aktivitäten zu besprechen. Ort und Zeit werden unter www.zivilklausel.uni-koeln.de bekanntgegeben.

Nein zur Kriegsforschung – Ja zur Zivilklausel!

16. Dezember 2010

Abstimmung während der studentischen Wahlen vom 13. bis 17. Dezember 2010

17.12.2010

Nein zur Kriegsforschung – Ja zur Zivilklausel!

Abstimmung während der studentischen Wahlen vom 13. bis 17. Dezember 2010

In dieser Woche findet an der Uni Köln die Abstimmung über eine Zivilklausel statt. Eine Zivilklausel ist eine Selbstverpflichtung der Hochschule, nicht mit militärischen Einrichtungen oder der Rüstungsindustrie zusammenzuarbeiten. Das ist mit dem Anspruch verbunden, dass Bildung und Wissenschaft zu einer friedlichen und sozialen Entwicklung beitragen können und müssen.

Freitag, 17. Dezember 2010, ganztägig

Uni-Köln

Das Engagement von Hochschulmitgliedern für die Verankerung einer Zivilklausel richtet sich gegen eine Ausrichtung der Wissenschaft, die zu weiterer Aufrüstung, zur Zerstörung sozialer und natürlicher Lebensgrundlagen und zur Ermordung von Menschen durch Krieg beiträgt. Die Zivilklausel bedeutet eine Selbstverpflichtung der Hochschule auf ausschließlich zivile Zwecke, verbunden mit dem Anspruch, dass Wissenschaft und Bildung zu einer weltweit friedlichen Entwicklung beitragen können und müssen.

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Freitag, 17. Dezember 2010, ganztägig Uni-Köln Das Engagement von Hochschulmitgliedern für die Verankerung einer Zivilklausel richtet sich gegen eine Ausrichtung der Wissenschaft, die zu weiterer Aufrüstung, zur Zerstörung sozialer und natürlicher Lebensgrundlagen und zur Ermordung von Menschen durch Krieg beiträgt. Die Zivilklausel bedeutet eine Selbstverpflichtung der Hochschule auf ausschließlich zivile Zwecke, verbunden mit dem Anspruch, dass Wissenschaft und Bildung zu einer weltweit friedlichen Entwicklung beitragen können und müssen.

Minarettverbot in der Schweiz – Islamfeindlichkeit im Aufwind?

26. November 2010

27.11.2010

Workshop

Minarettverbot in der Schweiz – Islamfeindlichkeit im Aufwind?

Tagesseminar

Samstag, 27. November 2010, 10:00 Uhr

AStA-Café der Universität zu Köln

Anmeldungen zur Teilnahme bitte an:

DGB-Jugend Köln

z.H. Stephan Otten

Fax.: 0221-50003220

E-Mail: stephan.otten@dgb.de

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Samstag, 27. November 2010, 10:00 Uhr AStA-Café der Universität zu Köln Anmeldungen zur Teilnahme bitte an: DGB-Jugend Köln z.H. Stephan Otten Fax.: 0221-50003220 E-Mail: stephan.otten@dgb.de

Schule ohne Bundeswehr

23. November 2010

24.11.2010

Diskussion

Schule ohne Bundeswehr

Wir laden ein zur Diskussion mit Andrea Asch, MdL, Bündnis 90/Die Grünen Caroline Butterwegge, MdL, Die Linke, NN, SPD Felix von Hatzfeld, Schule ohne Bundeswehr Judith Häuser, BezirksschülerInnenvertretung Köln

Moderation: Gerhard Klas, Rheinisches Journalistenbüro

Mittwoch, 24. November 2010, 19:30 Uhr

Alte Feuerwache Köln, Melchiorstr. 3

Die alte NRW-Landesregierung hat mit der Bundeswehr ein Kooperati-onsabkommen geschlossen. Es gibt der Bundeswehr pri¬vilegierten Zu-gang zu Schulen, Referen¬darausbildung und Lehrerfortbildung. Sechs weitere Bundesländer haben ähnliche Abkommen geschlossen. Daneben tritt die Bundeswehr mit Jugendoffizieren und Rekrutierern massiv auf Bildungs-, Jugend- und Freizeitmessen und an den Arbeitsämtern auf.

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Mittwoch, 24. November 2010, 19:30 Uhr Alte Feuerwache Köln, Melchiorstr. 3 Die alte NRW-Landesregierung hat mit der Bundeswehr ein Kooperati-onsabkommen geschlossen. Es gibt der Bundeswehr pri¬vilegierten Zu-gang zu Schulen, Referen¬darausbildung und Lehrerfortbildung. Sechs weitere Bundesländer haben ähnliche Abkommen geschlossen. Daneben tritt die Bundeswehr mit Jugendoffizieren und Rekrutierern massiv auf Bildungs-, Jugend- und Freizeitmessen und an den Arbeitsämtern auf.

Scheungraber-Prozess: Zehnfacher Mord – Urteil rechtskräftig

16. November 2010

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil vom Münchner Landgericht vom August 2009 gegen den ehem. Gebirgsjägerleutnant und Kriegsverbrecher Josef Scheungraber aus Ottobrunn bestätigt. Damit muß dieser – sofern bei dem 92-jährigen nicht plötzlich gesundheitliche Probleme auftauchen – in Haft. Auch eine Revision beim Europäischen Gerichtshof wird dies – so Bayern2Radio – nicht aufschieben können.

Unser VVN-BdA-Aktivist Kurt Wirth schreibt uns aus Bayern: Der Bundesgerichtshof hat das Urteil vom Münchner Landgericht vom August 2009 gegen den ehem. Gebirgsjägerleutnant und Kriegsverbrecher Josef Scheungraber aus Ottobrunn bestätigt. Damit muß dieser – sofern bei dem 92-jährigen nicht plötzlich gesundheitliche Probleme auftauchen – in Haft. Auch eine Revision beim Europäischen Gerichtshof wird dies – so Bayern2Radio – nicht aufschieben können.

Er hatte 1944 in Italien 11 Zivilisten in ein Haus sperren und dieses in die Luft sprengen lassen. Lange Zeit war er „Ehrengast“ bei dem alljährlichen Gebirgsjägertreffen am Hohen Brendten bei Mittenwald. Die VVN-BdA hatte gegen diese Treffen immer wieder protestiert und gegen Scheungraber Strafanzeige erstattet, so in einem Brief an die Justizministerkonferenz der Länder. Die Anzeige hatte nun einen späten Erfolg.

Die Gemeinde Ottobrunn hat nun reagiert:

Der Gemeinderat erkannte ihm die Bürgermedaille ab, und der Titel eines Ehrenkommandanten der Feuerwehr wurde ihm ebenfalls aberkannt. Die von Bayern2Radio interviewten Ottobrunner Bürger äußerten sich überwiegend zustimmend zu dieser Entwicklung und brachten zum Ausdruck, daß das eigentlich alles schon früher hätte geschehen müssen.

„pro Köln“ ante portas

geschrieben von Mats Fogeman

11. November 2010

Köln. Regina Wilden ist aufgebracht. Wild gestikulierend brüllt die ehemalige „pro Köln“-Ratsfrau ihre Gesinnungsgenossen an: „Hört auf damit!“ – sie meint den Lärm, den einige Anhänger der rassistischen, selbsternannten „Bürgerbewegung“ gegenüber dem EL-DE-Haus am Appellhofplatz mit ihren Trillerpfeifen fabrizieren. Wutentbrannt macht sie kehrt, überlegt es sich doch noch einmal und wird nun von einem Bereitschaftspolizisten an der Rückkehr gehindert. Markus Wiener, Geschäftsführer der „pro Köln“-Fraktion im Rat der Domstadt, eilt ihr zu Hilfe. Außerdem ruft er das Fußvolk zur Räson, welches daraufhin das Trillern einstellt. Die Mahnwache kann weiter gehen – mit Frau Wilden.

Die beschriebene Szene war der Auftakt zu einem seltsamen Schauspiel am 4. November. Die Rechtspopulisten provozierten mit einer „Mahnwache“ gegen den angeblichen parteipolitischen „Missbrauch“ des NS-Dokumentationszentrums. Vorwand war eine gemeinsame Veranstaltung der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus und der Volkshochschule, auf deren Einladung die beiden Politologen Dr. Frank Überall und Dr. Christoph Busch die Ergebnisse ihrer Studien über die Arbeit von „pro Köln“ im Stadtrat und in den Bezirksvertretungen vorstellten. Dass die Rassisten von „pro Köln“ ausgerechnet an dem Ort demonstrierten, der als Symbol für die NS-Verbrechen in der Stadt steht, musste zu Gegenprotesten führen. Als gegen 18 Uhr die ersten „pro“-Anhänger am Appellhofplatz eintrafen, standen ihre Gegner bereits dicht an dicht und blockieren den Eingang zum EL-DE-Haus. Die Zahl der Antifaschisten stieg im Laufe der Zeit bis auf rund 200. Die Rechten mobilisierten knapp über 30 Anhänger, einige der Teilnehmer sind von außerhalb – etwa aus Aachen – angereist. Eine Gruppe junger „pro“-Aktivisten gruppierte sich um ein Transparent der „Jugend pro NRW“ aus dem Bergischen Land. Einer trägt Kleidung der bei Neonazis beliebten Marke „Thor Steinar“.

Kurz nach Beginn der „Mahnwache“ wurde es kurzzeitig brenzlig für die „pro“-Aktivisten. Immer mehr Gegendemonstranten strömten über die Straße, die Polizei griff ein und trennte die Gruppen. Als gegen 19 Uhr „Mahnwachen“-Teilnehmer angeführt von Markus Wiener in das EL-DE-Haus eindringen wollten, gab es kein Durchkommen. Da half auch der Hinweis nicht, dass vier Ratsmitglieder von „pro Köln“ Einlass begehren. Während vor der Tür noch immer rund hundert Menschen die Rechten blockierten, war der Veranstaltungsraum mit rund 150 Besuchern bereits hoffnungslos überfüllt. Da konnte auch der Einsatzleiter der Polizei nichts mehr für Wiener ausrichten: „Sorry, wegen Überfüllung geschlossen“. Unverrichteter Dinge zog der „pro Köln“-Tross ab. Die Provokation ging nach hinten los: Auch viele „pro“-Gegner konnten sich die Vorträge nicht mehr anhören. Ohne die angekündigte Aktion der Rechtspopulisten hätte die Veranstaltung wohl kaum ein solch großes Interesse gefunden.

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