8. Mai: Tag der Befreiung des Nationalsozialismus // Rede Luis, aktiv in der Schulstreikbewegung gegen Wehrpflicht
15. Mai 2026
Liebe Damen, Liebe Herren und allem drumherum oder dazwischen,
Heute ist der Tag, an dem wir allen Opfern des Nationalsozialismus gedenken. Wir gedenken denen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden und ihm zum Opfer fielen. Allen Jüdinnen und Juden, allen Sinti und Roma, allen Menschen mit einer Behinderung, allen Kriegsgefangenen, allen Kommunisten und Kommunistinnen, allen Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen, allen anderen politischen Gegnern, allen Homosexuellen und all den anderen Menschen, die nicht in das Ideal der Nationalsozialisten passten.
8. Mai 1942, 23:01 Uhr nach mitteleuropäischer Zeit:
Noch heute Morgen wachten rund um die 7000 Menschen in Auschwitz auf, Kinder, Väter, Mütter, Nachbarn wachten voller Angst und Hoffnungslosigkeit auf. Voller Angst vor dem Tod, dem Erfrieren, Verhungern, Verdursten, Folter, ja das war Folter. Unmenschliche, grausame Experimente werden an Menschen durchgeführt. Tag ein und Tag aus verlieren unzählige Menschen aufgrund der faschistischen Ideologie der Nationalsozialisten ihr Leben und werden auf brutalsten Weisen ermordet.
8. Mai 1945, 23:01 Uhr nach mitteleuropäischer Zeit:
Die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht und die Befreiung Deutschlands vom Faschismus tritt in Kraft. Der Krieg zog etliches an Zerstörung, Massenvernichtung, Kriegsverbrechen, Verfolgung und Zwangsumsiedlung mit sich, doch dem ist nun ein Ende gesetzt. Es gibt nun endlich wieder Hoffnung auf ein Leben in Frieden, ohne der ständigen Angst vor der grausamen Verfolgung, Tyrannei und Kriegsgefahr der Nationalsozialisten. Dennoch fehlen Kinder, Väter, Mütter, Nachbarn, sie fehlen in ihren Wohnungen, in ihren Familien und in ihren Freundeskreisen. Ihre Tode werden für immer in Erinnerung bleiben, sie bleiben wie ein Denkmal, dass so etwas nie wieder passieren darf.
Wir, die Generationen der heutigen Zeit sind in der Verantwortung, dass dies nie wieder passiert. Wenn wir sagen „Nie wieder ist jetzt“, dann bedeutet dies, dass wir alles dafür tun müssen, um imperialistische Kriege zu vermeiden. Wenn wir Frieden wollen, dann kann Aufrüstung keine Option sein. Wenn wir Frieden wollen, dann sollten junge Menschen nicht zum Morden ausgebildet werden. Wenn wir Frieden wollen, dann muss Deutschland nicht kriegstüchtig werden. Wir werden nicht die Werkzeuge eures Leids sein, wir werden nicht für eure Ideologien morden und wir machen uns die Hände nicht schmutzig, damit ihr den Profit in sauberen Händen haltet. Unsere Repression gegen ihre Kriegsvorbereitungen ist Teil unseres Versprechens. Während Unmengen an Geld in die Aufrüstung der Bundeswehr gesteckt werden, wird an der Jugend gespart. Unsere Bildung erhalten wir in kaputten Schulgebäuden, Freizeitmöglichkeiten fallen weg und öffentliche Verkehrsmittel werden immer teurer, nur damit Deutschland wieder eine Führungsmacht wird. Unternehmen verdienen sich dumm und dämlich an den Kriegen und deren Vorbereitungen, während wir für diese im Ernstfall sterben sollen. Die Kinder von Reichen werden nicht an die Front müssen, während Jugendliche aus niedrigen Klassenschichten mit verlockenden Angeboten ihr Leben an den Staat verkaufen. So werden wir keinen Frieden erreichen, Deutschland ist auf dem besten Weg genau diesen zu Nichte zu machen, wenn dies so weitergeht. Deshalb waren wir am 5.1. und am 5.03. bereits mit jeweils über 50.000 Schülerinnen und Schülern auf der Straße und haben gestreikt. Wir haben gezeigt, dass wir diese Kriegsvorbereitungen nicht mitmachen. Wir haben gezeigt: Die Reichen wollen Krieg – Die Jugend eine Zukunft!




