Neues vom rechten Rand

4. September 2026

Der Kölner Landtagsabgeordnete Sven Tritschler ist auf dem Bundesparteitag der AfD in Erfurt auf Vorschlag von Alice Weidel zum stellvertretenden Bundessprecher gewählt worden. Seine Loyalität zu seiner Vorsitzenden zeigte er bei der
Aufstellungsversammlung der AfD in NRW für die Landtagswahl im kommenden Jahr. Dort war Tritschler Administrator einer Telegram-Gruppe unter dem Namen „Operation Filibuster“, der auch der Dortmunder AfD-Rechtsaußen Matthias Helferich angehörte. Mit dem so genannten „Filibustern“ zögern Minderheiten im US-Senat Gesetze oder politische Entscheidungen durch endloses Reden hinaus. Nachdem bei den ersten 21 Kandidaten fast nur Delegierte aus dem Lager des Krefelder NRW-Landesvorsitzenden Vincentz gewählt worden waren, wurde bei Platz 22 die „Operation Filibuster“ ausgelöst. Mit dem Ergebnis, dass sich 100 Kandidaten, oftmals junge Nachwuchsradikale des Helferich-Lagers, für den Listenplatz 22 aufstellen lassen wollten. Mindestens 81 von ihnen bewarben sich tatsächlich und stellten sich in jeweils achtminütigen Reden vor. Weitere Wahlen gab es an diesem Sonntag nicht mehr. Die Versammlung endete im Chaos.
Während sich Tritschler auf NRW-Ebene als Strippenzieher versuchte, sieht es in seinem Heimatort gerade nicht ganz so rosig aus. Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld hat die AfD gerade einen Bezirksvertreter verloren. Felix Helleckes hat die AfD verlassen. Er kam einem eingeleiteten Ausschlussverfahren zuvor. Noch Anfang des Jahres war Helleckes vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro wegen Beleidigung und eines Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz zum Nachteil einer Ratsfrau von „Die Grünen“ verurteilt worden.
Helleckes Provokationen in sozialen Medien gegenüber anderen Menschen gingen selbst der AfD zunehmend zu weit. Bereits im Mai hatte sich die AfD-Fraktion in Ehrenfeld aufgelöst. Seine Mitstreiterin Liane Bchir wollte nicht mehr mit Helleckes zusammenarbeiten. hma