25 Jahre danach – Gedenken an den Bombenanschlag in der Probsteigasse

28. Februar 2026

Am 19. Januar 2001 explodierte in der Probsteigasse eine vom NSU deponierte Bombe in dem Kiosk einer deutsch-iranischen Familie und verletzte die Tochter schwer. Zum Gedenken am 25. Jahrestag des Anschlags kamen an die hundert Menschen, legten Blumen an der Gedenktafel nieder. Akiko Arendt begleitete die kurze Kundgebung auf der Violine. Anschließend fand im Jugendzentrum Klingelpütz eine Podiumsdiskussion statt, die die Initiative Herkesin Meydani – ein Platz für alle organisiert hatte. Auf dem Podium RA Edith Lunnebach, die die Familie im NSU-Prozess in der Nebenklage vertreten hatte, Gamze Kubasik, deren Vater vom NSU erschossen wurde und  Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, auch sie Vertreterin der Nebenklage, aber vor allem als selbst Betroffene von rechter Gewalt. Einig waren sich alle, dass der Prozess in München viele Fragen ungeklärt gelassen hat, obwohl klar war, dass die Taten nicht ohne Helfer vor Ort hätten durchgeführt werden können. Noch heute wird den Rechtsanwälten der Nebenklage kein Einblick zum Beispiel in die neuen Verhörakten von Beate Zschäpe gewährt, die angeblich neue Aussagen gemacht hat, um evtl. doch vorzeitig freizukommen. Seda Basay-Yildiz’ Familie steht unter Polizeischutz, weil sie vom sog. NSU 2.0 bedroht wird.

Gamze Kubasik und Semiya Simsek haben inzwischen ein vor allem an Jugendliche gerichtetes Buch geschrieben darüber, wie die Morde sie aus ihrem bisherigen Leben gerissen haben. Sie wollen, dass die Taten des NSU nicht vergessen werden und setzen sich ein für eine Zukunft ohne Rassismus.