„Keine Ehrungen für NS-Täter durch das Studentenwerk und die Uni Bonn!“

28. Februar 2026

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Mit dem Ulrich-Haberland-Haus in Bonn (Auf dem Hügel 16) und den Auszeichnungen für Ulrich Haberland gedenken Studierendenwerk und Uni Bonn bis heute aktiv einem NS-Täter.

Ulrich Haberland war während des Nationalsozialismus NSDAP-Mitglied und Vorstand im I.G. Farben Konzern. Dieser profitierte während des Nationalsozialismus massiv von der Ausbeutung von Zwangsarbeit und ließ sogar mit Auschwitz Monowitz ein eigenes Konzentrationslager bauen. Regelmäßig wurden „arbeitsunfähige“ Häftlinge im nahen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in den Gaskammern ermordet. Nach dem Krieg wurde Haberland Vorstandsvorsitzender in der Bayer AG und machte Karriere in der Politik. Die Auszeichnungen durch die Uni Bonn sind Ausdruck der bis heute fehlenden umfassenden Aufarbeitung der deutschen Nazivergangenheit und ihrer Kontinuitäten.

Aus diesem Grund fordert eine Studenteninitiative (LUST – Bonn) an der Uni Bonn  die Umbenennung des Ulrich-Haberland-Hauses in Fritz Levy-Haus. Und die sofortige Aberkennung aller Universitätsehrentitel und Auszeichnungen von Ulrich Haberland und das Anbringen einer Gedenktafel am Studentenwohnheim. Fritz Levy wurde am 15. April 1906 in Beuel geboren. Bereits früh übernahm er die Metzgerei seines Vaters. Aufgrund seiner Beziehung zu einer „arischen“ Frau geriet er 1936 unter dem Vorwurf der „Rassenschande“ in die Fänge der Nazi-Behörden, konnte jedoch im Mai 1937 in die Niederlande fliehen. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppe wurde er dort 1942 verhaftet und letztendlich nach Auschwitz deportiert, wo er beim Aufbau der IG-Farben-Fabrik eingesetzt wurde. Fritz Levy wurde am 6. Januar 1943 in Auschwitz ermordet.

LUST Bonn lädt für den Samstag, 28.2. zu einer Veranstaltung mit dem Thema „Antfaschismus & Gesellschaft“ ein, 19 Uhr, Neue Alte VHS, Engeltalstr. 4, 5311 Bonn.