Jahreshauptversammlung: Große Projekte geplant

4. Januar 2026

Am 27. November fand im Naturfreundehaus Kalk die Jahreshauptversammlung der Kölner VVN-BdA statt. Anders als in den Vorjahren war sie schlecht besucht, ob das am Termin mitten in der Woche lag (die früheren Versammlungen wurden meist samstags abgehalten), sollte der neu gewählte Vorstand prüfen und den Wochentag möglicherweise wieder ändern. Der Tätigkeitsbericht des Vorstands lag der Versammlung schriftlich vor, er liegt dieser Ausgabe unserer Zeitung bei, damit sich alle Kameradinnen und Kameraden informieren können.

Im Mittelpunkt des mündlichen Berichts standen deshalb zum einen die politischen Rahmenbedingungen unserer Arbeit, die dadurch gekennzeichnet sind, dass es sich bei unserer Parole „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ mehr denn je um eine dringende Forderung und nicht um eine (wünschenswerte) Zustandsbeschreibung handelt. Mehr denn je ist die welt- und bundespolitische Lage von Krieg und Rechtsentwicklung geprägt, wobei die Rechtsentwicklung nicht nur und nicht einmal in erster Linie von neuen Rechtsparteien ausgeht, sondern von gewählten Regierungen. Das betrifft nicht nur Staaten wie Ungarn, Italien, Israel oder die USA,  deren Regierungen ganz offen am rechten Rand stehen sondern auch Länder, deren Regierungen aus Angehörigen sozialdemokratischer, liberaler oder christdemokratischer Parteien gebildet werden. Auch sie betreiben Aufrüstung, Sozialabbau und Militarisierung der gesamten Gesellschaft, auch sie greifen in der Innen- und Flüchtlingspolitik die Forderungen von Faschisten auf. Der „Erfolg“ dieser Politik: Die Menschen werden das Original wählen, nicht die Kopie.

Den zweiten Schwerpunkt bildete die Beschreibung unserer Arbeit in Köln auf den verschiedenen Feldern (die spezielle Situation in Bonn wurde durch Klaus ergänzt). In der Gedenkpolitik stehen wir recht gut da, nicht zuletzt dank der Arbeit unserer Kameradin Klara im Archiv, das sie in einen benutzbaren Zustand versetzt hat. In der Friedensbewegung sind wir ein geschätzter Partner und werden immer mal wieder gebeten, bei Friedenskundgebungen zu sprechen. Aktive Bündnisse gegen Rechts sind in Köln derzeit Mangelware, was möglicherweise sowohl an einer gewisse Gewöhnung an das Auftreten der AfD liegt, andererseits aber auch an den schweren Meinungsverschiedenheiten zur Situation in Palästina, die die antifaschistische Bewegung spalten. Auch hat noch niemand einen Umgang mit der AfD gefunden, der dieser Partei bei Wahlen wirklich schaden würde. Nicht zufriedenstellend ist unsere Öffentlichkeitsarbeit: Zu langsam und nicht in den „sozialen Medien“, die von jüngeren Menschen genutzt werden.

Im Mittelpunkt des letzten Berichtsteils standen die Projekte, die der alte Vorstand der Versammlung als Arbeitsschwerpunkte vorschlug:

  • Die weitere Verbesserung und Verstärkung unserer Gedenkpolitik. Dabei geht es einmal um den Ausbau unseres Angebotes an antifaschistischen Stadtführungen und die Ausweitung auf weitere Stadtteile oder thematische Schwerpunkte, aber auch um die Fortentwicklung und Neuauflage unseres Stadtplans zum Thema Widerstand und Verfolgung in Köln. Der Plan ist mittlerweile fast 40 Jahre alt, wird  aber an Infoständen immer noch stark nachgefragt.
  • Im kommenden Jahr jährt sich der faschistische Putsch in Spanien und der internationale militärische Widerstand gegen ihn zu neunzigsten Mal. Bei der Verteidigung der Demokratie und der spanischen Republik kämpften und starben auch eine ganze Reihe Kölner Antifaschisten. Ihrer wollen wir 2026 in angemessener Form gedenken.
  • In knapp 2 Jahren kann die Kölner VVN-BdA, im Februar 1947 als VVN gegründet, ihren achtzigsten Geburtstag begehen. Dieses Jubiläum, auf das wir alle stolz sein können, sollten wir nicht sang- und klanglos vorübergehen lassen. Es gilt, einmal die kontinuierliche Arbeit der Organisation gegen Rechts und andererseits die immer noch vorhandene Aktualität dieser Arbeit darzustellen. In welcher Form das möglich ist, gilt es zu prüfen.

Der Bericht und die in ihm enthaltenen Anregungen wurden von der Versammlung zustimmend zur Kenntnis genommen. Bei der sich anschließenden Wahl des Vorstands wurden Ulrike Bach, Nils und Volkmar als Beisitzer(innen) wiedergewählt, neu dazu kamen Klara Tuchscherer und unsere Kameradin Kerstin aus Bonn. Ebenfalls wiedergewählt wurde Peter Trinogga als Vorsitzender.

Mit der laufenden „Alltagsarbeit“ und den vorgeschlagenen Projekten kommt viel Arbeit auf uns zu. Wir freuen uns, wenn sich viele Mitglieder daran aktiv beteiligen.